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04.04.2017 | Erworbene Herzklappenfehler | Nachrichten

Mitralklappeninterventionen

TRAMI-Register: MitraClip funktioniert auch bei kardialen Komorbiditäten

Autor:
Philipp Grätzel

Eine aktuelle Auswertung des deutschen TRAMI-Registers zeigt, dass der Einsatz des MitraClip-Verfahrens unabhängig von der kardialen Grunderkrankung und weiteren kardialen Komorbiditäten effektiv und sicher ist.

Das deutsche Register für Transkatheter-Mitralklappeninterventionen (TRAMI) erfasst seit 2010 die Sicherheit und Effektivität von MitraClip-Implantationen in teilnehmenden Einrichtungen. Es handelt sich um eine der größten Kohorten konsekutiver Patienten weltweit.  Für die aktuelle Auswertung wurden 593 Patienten berücksichtigt, die zwischen August 2010 und Juli 2013 eine MitraClip-Prozedur über sich ergehen ließen. Bei 528 Patienten gab es Daten zum 1-Jahres-Follow-up.

An kardialen Grund- beziehungsweise Begleiterkrankungen lag bei 77,5% der Patienten neben der Mitralinsuffizienz (MI) eine koronare Herzerkrankung (KHK) vor. 12,3% der Patienten litten an einer dilatativen Kardiomyopathie (DCM), und 10,2% hatten neben der MI eine Aortenklappenerkrankung. Die große Mehrheit der Patienten (91,2%) zeigte eine Herzinsuffizienzsymptomatik von NYHA III oder schlechter. Praktisch alle Patienten hatten eine schwere MI und ein hohes Operationsrisiko und waren deswegen nicht operiert worden. Dabei war der EuroScore bei Patienten mit DCM mit 16,0% geringer als bei Patienten mit KHK oder Aortenklappenerkrankung, die jeweils über 20% lagen.

Prozedurale Erfolgsraten vergleichbar

Bei der Auswertung des prozeduralen Erfolgs und des klinischen Outcomes nach 30 Tagen und einem Jahr fanden die Kardiologen um Carsten Schwencke von der Universität Hamburg nur geringe Unterschiede zwischen den Patienten mit unterschiedlichen kardialen Erkrankungen. Die technische Erfolgsrate lag bei 97,5%, wobei bei der großen Mehrheit der Patienten durch die Intervention eine MI III. Grades in eine MI I. Grades umgewandelt wurde. Der Anteil dieser Patienten unterschied sich nicht zwischen KHK-, DCM- und Aortenklappenpatienten.

Einzig der Anteil von Patienten, die bei Entlassung von eine MI II. Grades aufwiesen, war bei begleitender Aortenklappenerkrankung signifikant höher. In Summe hatten 37,2% der Patienten mit Aortenklappenerkrankung bei Entlassung noch eine MI II. oder III. Grades, gegenüber 20% der DCM-Patienten und 22,2% der KHK-Patienten. Dies ging einher mit einem höheren Anteil von degenerativer MI und Mitralklappenverkalkungen in der Gruppe der Aortenklappenpatienten.

Klinisch war die Rate der Patienten mit schweren kardiovaskulären Ereignissen nach einem Jahr fast identisch. Jeweils zwischen 27% und gut 30% waren verstorben oder hatten einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten. Auch die Rehospitalisierungsraten waren ähnlich. Der Anteil der Patienten, die nach 30 Tagen eine Verbesserung der NYHA-Klasse aufwiesen, betrug 74% bei den Aortenklappenpatienten, 73% bei den DCM-Patienten und 66% bei den KHK-Patienten.

Literatur