ESC Kongress 2015

Neue Leitlinien zu ventrikulären Arrhythmien und plötzlichem Herztod

Die europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) hat ihre Leitlinien zum Management von Patienten mit ventrikulären Arrhythmien und zur Prävention des plötzlichen Herztodes überarbeitet. Die aktualisierte Fassung enthält Neuerungen etwa zur ICD-Therapie.

Kardiologie paradox: Kleine Herzen „remodellieren“ mehr

Kardiale Umbauprozesse – das sogenannte „Remodelling“ – bei ischämischer Herzerkrankung gelten als prädiktiv für die Entstehung einer Herzinsuffizienz. Eine europaweite Studie wollte jetzt klären, wie sich Patienten mit zu erwartendem Remodelling anhand der Bildgebung frühzeitig erkennen lassen. Das Ergebnis überrascht.

Myokarditis: „Myokardbiopsie ist unverzichtbar“

Bei der Myokarditis geht der Trend weg von der reinen Herzinsuffizienztherapie zu personalisierten Therapiestrategien. Prof. Heinz-Peter Schultheiß vom Institut für Kardiale Diagnostik und Therapie (IKDT) Berlin gab beim Europäischen Kardiologenkongress in London in einem State-of-the-Art-Vortrag einen Überblick über aktuelle Entwicklungen. Kardiologie.org hat nachgefragt.

Neue NSTEMI-Leitlinien: Was sich in Diagnostik und Therapie geändert hat

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) hat ihre Leitlinien zum Management bei akutem Koronarsyndrom ohne ST-Streckenhebung (NST-ACS) aktualisiert. Wichtige Änderungen betreffen unter anderem die Diagnostik, das Arrhythmie-Monitoring, die antithrombotische Therapie und die Revaskularisation.

Mittagsschlaf, Kaffee, TV-Konsum – was so alles den Blutdruck verändert

Ein Mittagsschläfchen wirkt sich positiv auf den Blutdruck aus, während zu viel Kaffee, Bewegungsmangel durch langen TV-Konsum und Depressionen negative Effekte für Hypertoniker haben – wer hätte das gedacht?

Kardiale Bio-Matrix ohne Wirkung auf LV-Remodelling nach Infarkt

Die mechanische Stärkung der geschwächten Ventrikelwand nach großen Herzinfarkten durch Injektion einer bioabsorbierbaren kardialen Matrix kann das pathologische Remodelling nicht verhindern, so das beim ESC-Kongress 2015 in London publizierte Ergebnis der sogenannten PRESERVATION-Studie.

Lungenhochdruck: Kombinationstherapien rücken nach vorn

Nach sechs Jahren wurden die europäischen Leitlinien zur pulmonalen Hypertonie von Grund auf überarbeitet. Neu sind unter anderem die Therapiealgorithmen für die pulmonalarterielle Hypertonie und die chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie.

Apixaban: Intensivere Schulung verbessert nicht die Therapietreue

In der AEGEAN-Studie hat ein begleitendes Schulungsprogramm die Therapieadhärenz bei mit Apixaban behandelten Patienten nicht verbessert. Dafür war auch wenig Spielraum vorhanden: Denn auch ohne Extra-Schulung hielt sich ein hoher Prozentsatz an die ärztlichen Vorgaben zur Apixaban-Therapie.

Perikarditis: Leitlinie präzisiert Diagnose und Einweisungskriterien

Patienten mit akuter Perikarditis und niedrigem Risiko können ambulant therapiert werden und benötigen auch keine sofortige Ursachenabklärung mit allen Mitteln. Bei der Behandlung stehen ASS, NSAR und Colchicin im Vordergrund.

Hypertonie: Die Formel für eine optimierte Diuretika-Therapie

Britische Forscher glauben, die „Win-win“-Formel für eine optimierte Diuretika-Therapie bei Hypertonie gefunden zu haben. Sie lautet: Eine Kombination von zwei niedrig dosierten Diuretika, nämlich Ami ...

Neue ESC-Leitlinie erhöht Stellenwert der Bildgebung

Bei der infektiösen Endokarditis hat die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) die Diagnosekriterien angepasst und berücksichtigt jetzt auch CT und Nuklearmedizin. Die Antibiotikaprophylaxe bleibt in den bisherigen engen Grenzen erhalten.

Adaptive Servo-Ventilation erhöht Mortalität

Wenn Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz eine zentrale Schlafapnoe entwickeln, hilft die in diesen Fällen häufig verordnete adaptive Servo-Ventilation dem Patienten nicht – im Gegenteil: Sie erhöht die Mortalität.

Reanimation durch Laienhelfer: Auch unter funktionellem Aspekt von Vorteil

Ersthelfer können durch Einleitung von Wiederbelebungsmaßnahmen nicht nur das Leben einer von einem Herzstillstand betroffenen Person retten, sie tragen dadurch auch zu einem besseren mentalen und physischen Funktionszustand nach erfolgreicher Reanimation bei.

Weibliches und männliches Sportlerherz – der kleine Unterschied

Intensiver Sport hat bei Männern und Frauen unterschiedliche Effekte auf kardiale Umbauprozesse (Remodeling). Was bei Männern noch als normal gilt, könnte bei Frauen schon Zeichen einer pathologischen Veränderung sein. Eine in der „Frauenherz“-Pressekonferenz beim ESC-Kongress vorgestellte Studie versuchte, den Unterschieden auf die Spur zu kommen.

FFR-basierte Stent-Strategie auch nach fünf Jahren im Vorteil

Ein auf Messung der fraktionellen Flussreserve (FFR) basiertes interventionelles Vorgehen bei Patienten mit koronarer Mehrgefäßerkrankung ist auch im Langzeitverlauf sicher und erspart den Patienten unnötige Stents. Das zeigt das 5-Jahres-Follow-up der FAME-Studie.

Erhöhtes Sterberisiko durch Digoxin? Neue Analyse gibt Entwarnung

Die Kontroverse über vermeintliche Sicherheitsrisiken von Digitalis-Präparaten hält an. Britische Forscher glauben nun, Entwarnung geben zu können: Nach ihrer Analyse ist die mit Digoxin in Studien assoziiert Mortalitätszunahme nicht der Therapie selbst, sondern einer problematischen methodischen Studienqualität geschuldet.

Herzinfarkte mögen Kälte

Bei Temperaturen unter 0°C sollten sich kardiovaskuläre Risikopatienten über das erhöhte Herzinfarktrisiko bewusst sein. Das legen Ergebnisse einer kanadischen Studie nahe, die auf dem ESC-Kongress 2015 präsentiert wurden.

Chagas-Krankheit: Das Herz profitiert nicht von antimikrobieller Therapie

Bei Patienten mit Chagas-Kardiomyopathie kann eine effektive antiparasitäre Therapie die Verschlechterung der Herzinsuffizienz nicht verhindern. Das Herz scheint sich über die Jahre vom Parasiten zu emanzipieren.

Duale Plättchenhemmung: Optimale Therapiedauer bleibt Dauerthema

Die anhaltende Kontroverse über die optimale Dauer der dualen Plättchenhemmung nach Stentimplantation wird auch durch eine neue, beim ESC-Kongress vorgestellte Studie nicht beigelegt. Ihre Ergebnisse favorisieren zwar eine länger als 12-monatige Behandlung, können deren Vorteile aber nicht einwandfrei belegen.

Flussmessung per CT verhindert unnötige Koronarangiografien

Eine auf Mehrschicht-CT-Aufnahmen basierende Abschätzung der fraktionellen Flussreserve kann die Zahl der rein diagnostischen Koronarangiografien stark reduzieren. Das anspruchsvolle Verfahren wurde zum ersten Mal in einer Studie mit klinischem Endpunkt eingesetzt.