Skip to main content
main-content

30.08.2018 | ESC-Kongress 2018 | Nachrichten

Vorhofflimmern

CABANA-Substudie: Atriale Arrhythmie-Rezidive durch Ablation um die Hälfte reduziert

Autor:
PD Dr. Stefan Perings

Neue Daten der CABANA-Studie dokumentieren bei Patienten mit Vorhofflimmern eine wesentlich stärkere Reduktion der prozentualen „Vorhofflimmern-Last“ (Percent AF burden)  durch Katheterablation im Vergleich  zur medikamentösen Therapie mit Antiarrhythmika.

Die CABANA-Studie (Catheter ABlation vs ANtiarrhythmic Drug Therapy in Atrial Fibrillation) hat sich mit der Frage beschäftigt, ob eine Pulmonalvenenisolation die Inzidenz schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse (Tod, schwerer Schlaganfall, schwere Blutungen, Herzstillstand)  im Vergleich zu einer antiarrhythmischen medikamentösen Therapie positiv beeinflussen kann als. Die primären Ergebnisse wurden im Rahmen der Jahrestagung der Heart-Rhythm-Society, im Mai dieses Jahres in Boston. Eine  Verringerung des primären Endpunktes als auch der Gesamtmortalität konnte zwar nicht in der Intention-to-Treat-Analyse, wohl aber in der „Treatment-received“- und „Per protocol nachgewiesen werden.

Speziellen CABANA-Studien-Recorder genutzt

Eine  aktuell von Dr. Jeanne Poole beim ESC-Kongress vorgestellte CABANA-Substudie fokussierte auf die Ergebnisse der  EKG-Rhythmusaufzeichnungen  im Follow-up-Zeitraum der Studie. Von den insgesamt 126  Studienzentren benutzten 86% dazu das sogenannte CABANA-2-Kanal-EKG mit austauschbaren Verbindungskabeln, um damit: a) symptomaktivierte Ereignisse, b) 24-Stunden-EKGs monatlich im ersten Jahr und im Gefolge halbjährlich und c) 96-Stunden- im Wechsel mit 24-Stunden- EKGs ebenfalls halbjährlich aufzeichnen zu können. Die restlichen 14% der Studienzentren benutzten alternative Methoden, um die Rhythmuslast während des Studienverlaufs zu objektivieren.

Insgesamt wurden 93.262 Rhythmusaufzeichnungen analysiert und davon 15.174 als Vorhofflimmern, -flattern (VHF) oder atriale Tachykardie >30 Sekunden (AT) von den 22 Kardiologen des Auswertungs-Komitees identifiziert. Auf Basis der mittels CABANA-Recorder detektierten Arrhythmien zeigte sich, dass Vorhofflimmern-Rezidive durch Ablation fast um 50% im Vergleich zur medikamentösen Therapie reduziert worden waren.  Das Ergebnis bei mit anderen Methoden erfolgten Arrhythmiedetektion war ähnlich.

Unterschied nur beim Vorhofflimmern

Die Studiengruppe konnte dabei zeigen, dass vor allem die Reduktion von Vorhofflimmern für die signifikante Reduktion von atrialen Tachyarrhythmien durch Katheterablation verantwortlich war. Im Hinblick auf  Vorhofflattern  und atriale Tachykardien zeigte sich dagegen kein Unterschied zwischen Ablation und Medikation.

Im Rahmen der Diskussion wurden zwei weitere relevante Punkte adressiert. Zum einen zeigen die Daten eindrucksvoll, dass trotz erfolgreicher Pulmonalvenenisolation und auch Symptombesserung  eine Fortführung der oralen Antikoagulation angezeigt ist, sofern diese natürlich grundsätzlich indiziert ist.  Zum zweiten zeigen die heterogenen Aufzeichnungserfolge der unterschiedlichen Holter-Ansätze, insbesondere im Vergleich zu den CASTLE-AF Daten, dass der Goldstandard zur Objektivierung der Arrhythmielast der implantierbare Ereignisrekorder ist.

Literatur

Neueste Kongressmeldungen

24.06.2019 | Heart Failure 2019 | Nachrichten

PHARM-CHF-Studie: Ärzte und Apotheker sind ein gutes Team

Wie lässt sich die Therapietreue bei Herzinsuffizienzpatienten verbessern? Die randomisierte PHARM-CHF-Studie liefert starke Argumente für eine enge Kooperation von Kardiologen/Hausärzten einerseits und Apothekern andererseits.

18.06.2019 | EuroPCR 2019 | Nachrichten

New kid on the block in der Koronardiagnostik: OCT-basierte FFR-Messung

Die Suche nach der optimalen Technik zur funktionellen Bewertung einer Koronarstenose geht weiter. Eine chinesische Studie hat jetzt eine OCT-basierte Berechnung der fraktionellen Flussreserve retrospektiv analysiert.

12.06.2019 | Heart Failure 2019 | Nachrichten

Erhöht In-vitro-Fertilisation das Risiko für schwangerschaftsbedingte Herzerkrankungen?

Eine schwangerschaftsbedingte Herzschwäche tritt selten auf, kann aber lebensbedrohlich sein. Bei Frauen, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen, ist das Risiko dafür fünfmal höher. Darauf weist eine neue Studie hin, die beim Heart Failure Kongress 2019 präsentiert wurde.

Neueste Kongresse

ESC-Kongress 2019

2019 können sich die Besucher der Jahrestagung der European Society of Cardiology (ESC) auf eine Besonderheit freuen: Der Kongress findet dieses Jahr zusammen mit dem World Congress of Cardiology in Paris statt. Ausgewählte Highlights finden Sie in diesem Dossier. 

BNK-Jahrestagung 2019

Was müssen Sie bei Risikopatienten in der kardiologischen Praxis besonders beachten? Auf der diesjährigen Jahrestagung des Bundesverbands niedergelassener Kardiologen (BNK) haben Experten die wichtigsten Punkte zu diesem und weiteren Themen für den ärztlichen Alltag zusammengefasst. Schauen Sie in die Vorträge und bleiben Sie auf dem neuesten Stand.

EuroPCR 2019

Zum 30-jährigen Jubiläum der diesjährigen EuroPCR-Tagung vom 21. bis 24. Mai in Paris werden wieder mehr als 11.000 Teilnehmer aus über 120 Ländern erwartet. Der Kongress gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen weltweit im Bereich interventionelle Kardiologie. Ausgewählte Highlights finden Sie in diesem Dossier. 

Bildnachweise