Nachrichten 17.09.2019

Erhöht Malaria das Risiko für Herzinsuffizienz?

Eine Malariainfektion ist möglicherweise mit einem erhöhten Risiko für Herzschwäche assoziiert. Darauf weist eine dänische Studie hin, die beim Europäischen Kardiologenkongress in Paris vorgestellt wurde.

Jährlich infizieren sich mehr als 219 Millionen Menschen weltweit mit Malaria. Dänische Forscher hatten entdeckt, dass bei einem Anstieg der Infektionen in bestimmten Gebieten dort auch die kardiovaskulären Erkrankungen zunahmen.

Sie nutzten sie Daten aus dem dänischen Gesundheitsregister und identifizierten fast 4.000 Patienten, die sich in den vergangenen 25 Jahren mit Malaria angesteckt hatten. 58% davon waren männlich, das Durchschnittsalter lag bei 34 Jahren.

Mehr Herzinsuffizienz, aber nicht mehr Herzinfarkte und Todesfälle

Innerhalb des zehnjährigen Follow-ups registrierten die Forscher um Dr. Philip Brainin vom Herlev-Gentofte-Universitätsklinikum bei den an Malaria erkrankten Personen 69 Fälle von Herzinsuffizienz, auffällig viele im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Die Nachbeobachtung ergab zudem 68 kardiovaskuläre Todesfälle und 47 Herzinfarkte, was jedoch verglichen mit der restlichen Population nicht außergewöhnlich viel ist.

„Die Patienten, die sich zuvor mit Malaria infiziert hatten, hatten ein um 30% erhöhtes Risiko, im Verlauf der Nachbeobachtungszeit Herzinsuffizienz zu entwickeln", so Brainin. „Das ist eine hohe Zahl, andererseits war unsere Studie relativ klein, was eine Einschränkung darstellt.“ Weitere Untersuchungen seien erforderlich und bereits geplant.

Malaria kann Bluthochdruck begünstigen und den Herzmuskel verändern

Auch frühere Studien zeigten, dass Malaria das Herzmuskelgewebe funktionell und strukturell verändern kann. Die Infektion scheint auch die Blutdruckregulierung zu beeinflussen, was Bluthochdruck und damit Herzinsuffizienz begünstigt. Zudem kann Malaria die Gefäße verändern, was Entzündungsreaktionen auslösen und zu Fibrose und Herzversagen führen kann.

„Diese Ergebnisse sind nicht nur aus epidemiologischer, sondern auch aus medizinischer Sicht sehr interessant", sagte Brainin. "Wenn Malaria potentiell mit Herzerkrankungen in Zusammenhang steht, könnte sie ein therapeutisches Ziel sein, das wir zur Kontrolle und Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen in den entsprechenden Regionen nutzen können." Da es jedoch noch zu früh sei, die Ergebnisse in die klinische Praxis umzusetzen, sei seine Empfehlung für Ärzte, sich vorerst weiterhin auf etablierte Risikofaktoren für Herzschwäche zu konzentrieren.

Literatur

Brainin P et al. „Malaria infection and risk of incident heart failure: a nationwide cohort study“, präsentiert in „Postersession 4: Prevention – Risk assessment” am 02.09.2019, ESC-Kongress 2019, Paris

ESC-Pressemitteilung: Malaria infection is associated with increased risk of heart failure. 02.09.2019.

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