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26.03.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

IMPROVE-IT-Studie

Ezetimib reduziert mehr als nur kardiovaskuläre Erstereignisse

Autor:
Peter Overbeck

Die IMPROVE-IT-Studie hat gezeigt, dass eine Cholesterinsenkung mit Ezetimib Herzinfarkte und Schlaganfälle additiv zu Statinen weiter reduziert. Ihre Ergebnisse spiegeln dabei die Wirkung auf Erstereignisse wider. In einer neuen Analyse haben die IMPROVE-IT-Autoren auch die Wirkung von Ezetimib unter Berücksichtigung aller im Studienzeitraum aufgetretenen Ereignisse untersucht.

IMPROVE-IT ist mit 18.144 Teilnehmern und einer Follow-up-Dauer von sieben Jahren eine der größten und auf jeden Fall die längste Studie, in der je ein Cholesterinsenker auf Wirksamkeit und Sicherheit untersucht worden ist. Studienteilnehmer waren KHK-Patienten, die kurz zuvor wegen eines akuten Koronarsyndroms stationär behandelt worden waren.

Geprüft wurde, ob eine zusätzliche Behandlung mit Ezetimib (10 mg) in Kombination mit 40 mg Simvastatin im Vergleich zu Simvastatin (plus Placebo) von additivem klinischem Nutzen ist. Damit verbunden war die Klärung der Frage, ob eine noch stärkere Senkung des LDL-Cholesterins bei Patienten, die bereits sehr niedrige LDL-Ausgangswerte haben, noch zu einer weiteren Risikoreduktion führen würde.

Reduktion von Herzinfarkten und Schlaganfällen

Primärer Endpunkt war eine Kombination der Ereignisse kardiovaskulärer Tod, Herzinfarkt, erneute Hospitalisierung wegen instabiler Angina, Revaskularisation und Schlaganfall. Im Zeitraum von sieben Jahren wurde die Inzidenz dieser kardiovaskulären Ereignisse durch Ezetimib signifikant um 6,4 Prozent im Vergleich zu Placebo gesenkt (32,7 versus 34,7 Prozent).

Ausschlaggebend für den Unterschied zugunsten von Ezetimib war dessen präventive Wirkung auf nicht tödliche Myokardinfarkte und Schlaganfälle. Sowohl die Inzidenz von Herzinfarkten (13,1 versus 14,8 Prozent) als auch die von ischämischen Schlaganfällen (3,4 versus 4,1 Prozent) wurde jeweils signifikant gesenkt.

IMPROVE-IT hat damit erstmals gezeigt, dass eine lipidsenkende Therapie mit einem Nichtstatin additiv zu einem Statin die Inzidenz von kardiovaskulären Ereignissen reduziert.

Der LDL-Ausgangswert der IMPROVE-IT-Teilnehmer war mit durchschnittlich 95 mg/dl bereits relativ niedrig. Simvastatin allein führte zu einer Reduktion auf 69 mg/dl, die Behandlung mit Ezetimib/Simvastatin zu einer noch stärkeren Senkung auf 54 mg/dl.

Gesamtheit aller Ereignisse als Basis der Analyse

In den unterschiedlichen Raten für den primären kombinierten Endpunkt spiegelt sich nur der Effekt von Ezetimib auf klinische Erstereignisse wider. Bei einer so langen Nachbeobachtungszeit wie in IMPROVE-IT ist aber davon auszugehen, dass bei nicht wenigen Patienten, die erstmalig von einem nicht tödlichen Ereignis betroffen waren, in der Folge weitere und klinisch ebenfalls bedeutsame Ereignisse auftreten sein dürften.

Gesamtzahl von 9.545 primären Endpunktereignissen

Die Autoren der IMPROVE-IT-Studie haben aus diesem Grund einmal die Wirkung von Ezetimib/Simvastatin im Vergleich zu Simvastatin/Placebo auf Basis aller im Studienzeitraum aufgetretenen primären Endpunktereignisse analysiert. Dr. Sabrina Murphy hat die Ergebnisse in der Sitzung „Featured Clinical Research II“ beim ACC-Kongress 2015 in San Diego vorgestellt.

In toto kam man bei dieser Analyse auf eine Gesamtzahl von 9.545 aufgetretenen kardiovaskulären Ereignissen. Davon waren 5.314 (56 Prozent) Erstereignisse und 4.231 (44 Prozent) nachfolgende Rezidivereignisse.

Bekannt war ja bereits, dass Ezetimib die Rate der Erstereignisse relativ um 6,4 Prozent verringert hatte (2.572 versus 2.742, ein absoluter Unterschied um 170 Ereignisse).

Rezidivereignisse um 12 Prozent reduziert

Die neue Analyse ergab nun, dass die Rate aller primären Endpunktereignisse (Erst-und Rezidivereignisse) signifikant um 9 Prozent reduziert wurde (4.562 versus 4.983, ein absoluter Unterschied um 421 Ereignisse).
Diese stärkere relative Reduktion erklärt sich durch eine ausgeprägtere Wirkung von Ezetimib auf Rezidivereignisse, deren Inzidenz um 12 Prozent reduziert wurde (1.990 versus 2.241, ein absoluter Unterschied um 251 Ereignisse).

Jährlich elf Ereignisse pro 1.000 Patienten weniger

Auch bei Betrachtung der Gesamtheit aller Ereignisse stach die vorbeugende Wirkung auf nicht-tödliche Herzinfarkte und Schlaganfälle hervor: Die Zahl der Herzinfarkte wurde signifikant um 13 Prozent (1.259 versus 1.442) und die Zahl der Schlaganfälle signifikant um 23 Prozent (274 versus 354) verringert. Die Zahl der Todesfälle war praktisch identische (537 versus 538).

Auf Basis aller Ereignisse lässt sich der absolute Nutzen nach Angaben von Murphy folgendermaßen beziffern: Pro 1.000 Patienten, die ein Jahr lang Ezetimib/Simvastatin statt Simvastatin allein erhalten, verhindert die Lipidsenker-Kombination in dieser Zeit zusätzlich elf kardiovaskuläre Ereignisse, darunter fünf nicht-tödliche Herzinfarkte, zwei Schlaganfälle und vier revaskuslarisierende Eingriffe. 

Literatur

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