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07.09.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Koronare Mehrgefäßerkrankung

FFR-basierte Stent-Strategie auch nach fünf Jahren im Vorteil

Autor:
Philipp Grätzel

Ein auf Messung der fraktionellen Flussreserve (FFR) basiertes interventionelles Vorgehen bei Patienten mit koronarer Mehrgefäßerkrankung ist auch im Langzeitverlauf sicher und erspart den Patienten unnötige Stents. Das zeigt das 5-Jahres-Follow-up der FAME-Studie.

Die FAME-Studie ist eine randomisierte Multicenter-Studie mit 1.005 Patienten mit koronarer Mehrgefäßerkrankung. Die 1-Jahres- und 2-Jahres-Ergebnisse dieser Studie hatten wesentlichen Anteil daran, dass die FFR-Messung als Methode zur Erkennung funktionell relevanter Koronarstenosen Eingang in die europäischen Leitlinien gefunden hat.

In der Studie war ein FFR-basiertes Vorgehen bei perkutanen Interventionen, bei dem nur bei einer (auf eine Ischämie hinweisenden) FFR ≤ 0,80 ein Stent implantiert wurde, mit einem angiografiebasierten Vorgehen verglichen worden, bei dem die Entscheidung für oder gegen eine Stent-Implantation rein visuell getroffen wurde.

Nach FFR-Messung weniger Stents implantiert

Nach einem Jahr hatten 18,3% der Patienten in der Angiografiegruppe, aber nur 13,2% in der FFR-Gruppe ein Ereignis gemäß primärem Endpunkt (MACE: Tod, Myokardinfarkt, erneute Revaskularisierung). Dies wurde mit im Mittel 1,9 implantierten Stents pro Patient erreicht, gegenüber 2,7 Stents in der Angiografiegruppe.

Die 2-Jahres-Ergebnisse hatten die signifikanten Vorteile des FFR-basierten Vorgehens bestätigt. Die aktuellen Daten des 5-Jahres-Follow-up deuteten in dieselbe Richtung, betonte Professor Nico Pijls vom Catharina-Hospital in Eindhoven bei der Jahrestagung 2015 der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC). Die Ergebnisse, die auf Daten von rund 85% der ursprünglichen Teilnehmer basieren, wurden zeitgleich im Fachblatt „The Lancet“ publiziert.

Ereignisrate auch langfristig niedriger

Pijls illustrierte anhand der Kaplan-Meier-Kurven, dass der Vorteil des FFR-basierten Vorgehens im Hinblick auf die MACE-Rate auch über fünf Jahre im Wesentlichen erhalten bleibt. Nach fünf Jahren hatten 31% der Patienten in der Angiografiegruppe und 28% der Patienten in der FFR-Gruppe ein Endpunktereignis. Signifikant war das allerdings nur noch für Männer. Dies liege daran, dass die FAME-Studie statistisch nicht für eine 5-Jahres-Auswertung gepowert gewesen sei, so Pijls.

In der Detailauswertung war die Gesamtmortalität in der FFR-Gruppe nach fünf Jahren noch um absolut 1,3% geringer. Nach einem und zwei Jahren waren es 1,2% gewesen. Die kardiovaskuläre Mortalität war in der FFR-Gruppe um relativ 27% geringer, nach 30% bzw. 25% nach einem bzw. zwei Jahren. Insgesamt sei damit eindeutig gezeigt, dass eine FFR-basierte PCI-Strategie auch langfristig sicher sei, obwohl viel weniger Metall implantiert werde. 

Literatur

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