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20.01.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Schlaganfallrisiko

Früh zeigt sich, wer gefährdet ist

Autor:
Philipp Grätzel

Kardiovaskuläre Risikofaktoren im jungen Alter von 18 Jahren korrelieren hoch signifikant mit dem Auftreten von Schlaganfällen mehr als drei Dekaden später. Das zeigt eine Auswertung der Daten schwedischer Rekruten der siebziger und frühen achtziger Jahre.

Für die Analyse konnten Datensätze von mehr als 800.000 Männern berücksichtigt werden, die zwischen 1969 und 1986 in Schweden zum Militärdienst eingezogen wurden und damals eine medizinische Untersuchung erhalten hatten.

Das schwedische Gesundheitswesen gestattete Wissenschaftlern um Gabriel Högström von der Universität Umeå eine Abgleichung dieser Daten mit einer nationalen Datenbank von Entlassungsdiagnosen der Krankenhäuser sowie mit Informationen des schwedischen Bevölkerungsregisters und anderer Datenquellen. 

Mehr als 30 Jahre Nachbeobachtung

Konkret wurden nach im Median 33 Jahren aus den Reihen der ursprünglichen Adoleszentenkohorte 6180 bzw. 2104 Patienten identifiziert, die in der Zwischenzeit einen ischämischen bzw. hämorrhagischen Schlaganfall erlitten hatten. Das mittlere Alter bei Auftreten des Schlaganfalls betrug 48 Jahre. 

Risikofaktoren ermöglichen Voraussagen

In der multivariaten Analyse kristallisierte sich als unabhängiger Prädiktor für einen ischämischen Schlaganfall unter anderem eine schlechte körperliche Fitness zum Zeitpunkt der Rekrutierung heraus.

Auch ein hoher Body Mass Index, eine Diabetesdiagnose, eine positive Familienanamnese für Schlaganfall (Mutter) sowie Alkoholmissbrauch und ein niedriges Familieneinkommen waren hoch prädiktiv für einen späteren ischämischen Schlaganfall (jeweils p<0,000001).

Beim hämorrhagischen Schlaganfall gab es hinsichtlich der Risikofaktoren keine großen Unterschiede zum ischämischen Schlaganfall. Schlechte Fitness, Übergewicht, Diabetes, Alkohol und ein schlechter sozioökonomischer Status im Alter von 18 Jahren sagen beide Formen des Schlaganfalls ähnlich zuverlässig voraus.

Die Autoren betonen, dass ihre Analysen eindeutig zeigten, dass die genannten Risikofaktoren unabhängig voneinander seien.

Keine Aussage lässt sich bei dieser Art des Studiendesigns naturgemäß darüber treffen, ob jene Menschen, denen es gelingt, ihren „adoleszenten“ Risikostatus dauerhaft zu verbessern, niedrigere Ereignisraten haben. 


Literatur