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17.11.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Geschlechtervergleich

GARFIELD-Register: Frauen mit VHF haben niedrigere Mortalität

Autor:
Dr. Ulrike Fortmüller

Obwohl bei Frauen mit nicht valvulärem Vorhofflimmern (VHF) mehr schwerwiegende Ereignisse und häufiger Schlaganfälle auftraten, hatten sie nach einem Jahr eine niedrigere Mortalitätsrate als Männer mit der gleichen Indikation.

Das GARFIELD (Global Anticoagulant Registry in the FIELD)-Register sammelt weltweit Daten von Patienten mit neu diagnostiziertem nicht valvulärem Vorhofflimmern (VHF). Eine Arbeitsgruppe aus Großbritannien hat nun bei über 12.000 Patienten, die zwischen 2010 und 2013 in diesem Register erfasst wurden, Geschlechterunterschiede ausgewertet.

Unterschiedliche Komorbiditäten, aber vergleichbare Therapien

Im Vergleich zu Männern (n=7014) waren die Frauen (n=5444) etwas älter (72,7±10,6 bzw. 67,8±11,8 Jahre) und hatten öfter Bluthochdruck (80,7 vs. 75,6%) oder Venenthrombosen (3,6 vs. 2,4%). Koronare oder periphere arterielle Erkrankungen kamen in der weiblichen Gruppe allerdings seltener vor (16,4 vs. 22,5% bzw. 5,7 vs. 8,0%).

Die antithrombotische Therapie war bei beiden Geschlechtern vergleichbar, alle erhielten zur initialen Therapie nach VHF-Diagnose zu etwa gleichen Teilen Plättchenhemmer, Vitamin-K-Antagonisten, direkte Thrombininhibitoren oder Faktor-Xa-Inhibitoren.

Das Schlaganfallrisiko war bei den Frauen gegenüber den Männern erhöht (CHA2DS2-VASc-Score 4,0±1,5 vs. 2,7±1,5 / CHADS2-Score 2,0±1,2 vs. 1,8±1,1) und ebenfalls das Blutungsrisiko (HAS-BLED-Score 1,5 vs. 1,3).

Bei Frauen trotz höherer Risiken weniger Todesfälle

Für das 1-Jahres-Follow-up wurden die Daten adjustiert hinsichtlich Alter, Medikation und Komorbiditäten. Es zeigte sich schließlich eine Hazard Ratio (HR) von 0,815 (95%-Konfidenzintervall (KI) 0,695–0,957) für die Inzidenz von Todesfällen aller Art, eine HR von 1,414 (KI 1,053–1,899) für Schlaganfall oder systemische Embolien und eine HR von 1,024 (KI 0,714–1,470) für das Auftreten von schweren Blutungen.

Damit war nach Adjustierung das Mortalitätsrisiko unter den Frauen mit nicht valvulärem VHF niedriger als bei Männern, obwohl sie öfter Schlaganfälle, Embolien oder schwere Blutungen hatten.

Literatur

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