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08.11.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Bus statt Auto

Gutes tun für die Herzgesundheit – auch auf dem Weg zur Arbeit?

Autor:
Peter Overbeck

Menschen, die Bus oder Bahn für den Weg zur Arbeit benutzen, weisen seltener Risikofaktoren wie Übergewicht oder Bluthochdruck auf als Beschäftigte, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, ergab eine Studie japanischer Untersucher.

Viel körperliche Bewegung beugt bekanntlich Erkrankungen wie Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck vor. Der Grad an Bewegungsaktivität im Alltag und damit letztlich der kardiovaskuläre Gesundheitsstatus ist möglicherweise unter anderem auch davon abhängig, auf welche Weise man täglich zum Arbeitsplatz gelangt. Das legen jedenfalls Untersuchungsergebnisse japanischer Forscher nahe, die Dr. Hisako Tsuji, Direktor des Moriguchi City Health Center in Osaka, beim Kongress der American Heart Association in Orlando vorgestellt hat.

Studie bei 5.900 Erwachsenen

Die Gruppe um Tsuji hat im Jahr 2012 die Prävalenz von kardiovaskulären Risikofaktoren bei rund 5900 Erwachsenen analysiert, die den Weg zur Arbeit entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Bahn) sowie per Auto bewältigten. Bei ihrer für Faktoren wie Alter, Geschlecht oder Rauchen adjustierten Analyse stießen die Untersucher auf Unterschiede.

So war im Vergleich zu Personen, die das Auto nutzten, bei Benutzern von Bus oder Bahn die Wahrscheinlichkeit, dass sie übergewichtig waren, relativ um 44 Prozent geringer. Die Prävalenz von Bluthochdruck war relativ um 27 Prozent niedriger. Und auch ein Diabetes mellitus wurde bei einer um 34 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit deutlich seltener beobachtet.

Kausalität bleibt unklar

Überraschenderweise waren die Prävalenzraten bei den Bus- und Bahnfahrern sogar niedriger als bei denjenigen Personen, die per Pedes oder Fahrrad den Weg zurücklegten. Die Untersucher erklären sich das mit den möglicherweise längeren Fußwegen, die zwischen Bus- oder Bahnhaltestelle und Arbeitsplatz zu bewältigen waren.

Für die  Empfehlung, zur Förderung  der Herzgesundheit vom Auto auf Bus oder Bahn umzusteigen,  liefert die japanische  Untersuchung allerdings keine triftige Begründung. Was gezeigt wurde, sind   - wissenschaftlich betrachtet - lediglich Assoziationen. Ob ihnen tatsächlich eine kausale Beziehung zwischen benutztem Transportmittel und  der Häufigkeit von kardiovaskulären Risikofaktoren zugrunde liegt, bleibt jedoch unklar.

 

Literatur