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11.07.2017 | Herz und Diabetes | Nachrichten

Metaanalyse bestätigt:

SGLT-2-Hemmer: Antidiabetika mit blutdrucksenkender Zusatzwirkung

Autor:
Peter Overbeck

SGLT-2-Hemmer haben bei Patienten mit Typ-2-Diabetes neben ihrer Wirkung auf den Blutzucker auch einen leichten blutdrucksenkenden Effekt, wie Ergebnisse einer Metaanalyse von Daten aus randomisierten Studien bestätigen.

Hypertonie ist ein bei Patienten mit Diabetes häufig bestehender Risikofaktor. Wirkstoffe, die sowohl den Blutzucker als auch den Blutdruck senken, wären daher wünschenswert. Um zu klären, inwieweit SGLT2-Hemmer diesem Anspruch gerecht werden, hat eine Forschergruppe um Dr. Hong-Kai Gao aus Peking eine Metaanalyse publizierter Studiendaten vorgenommen.

Nach einer umfangreichen Literaturrecherche wählte die Gruppe dafür 43 geeignet erscheinende randomisierte Studien mit unterschiedlichen SGLT2-Hemmern aus, die zwischen 2008 und 2015 publiziert worden sind und an denen insgesamt 22.528 Patienten beteiligt waren. Die untersuchten SGLT2-Hemmer waren Dapagliflozin (22 Studien), Canagliflozin (14 Studien), Empagliflozin (4 Studien), Remogliflozin (2 Studien) und Pragliflozin (1 Studie).

Über alle Studien war die SGLT2-Hemmung mit einer Abnahme des systolischen Blutdrucks um im Mittel 2,46 mmHg im Vergleich zur Kontrollgruppe assoziiert. Beim diastolischen Blutdruck  wurde eine mittlere Reduktion um 1,46 mmHg festgestellt.

Eine  mögliche Erklärung für den blutdrucksenkenden Effekt sehen die  Autoren der Metaanalyse in der Hemmung der renalen Natrium-Reabsorption durch SGLT2-Hemmer, die zur verstärkten Natrium-Ausscheidung und zur Abnahme des Plasmavolumens führe.

Die Metaanalyse offenbart im Übrigen auch leichte Effekte der SGLT2-Hemmer auf den Lipidmetabolismus. Bei den damit behandelten Patienten wurden die Triglyzeridspiegel im Mittel um 2,08 mg/dl und die Gesamtcholesterinspiegel um 0,77 mg/dl gesenkt. Zudem nahmen sie im Mittel 1,88 kg an Körpergewicht ab.

Literatur