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18.07.2018 | Herz und Diabetes | Nachrichten

PCSK9-Inhibitoren

Starke Lipidsenker für Diabetiker nach Koronarsyndrom besonders vorteilhaft

Autor:
Sarah L. Pampel

Diabetiker nach einem akuten Koronarsyndrom (ACS) profitieren offenbar besonders deutlich von einer starken Lipidsenkung durch PCSK9-Inhibitoren. In einer aktuellen Analyse sank ihr absolutes Risiko für weitere kardiovaskuläre Ereignisse darunter deutlich stärker, als es bei Prä- oder Nichtdiabetikern mit derselben Anamnese der Fall war.

Die Ergebnisse einer neuen präspezifizierten Analyse der noch nicht publizierten ODYSSEY-Outcome-Studie präsentierte Prof. Kausik K. Ray vom Department of Public Health and Primary Care des Imperial College London beim amerikanischen Diabeteskongress.

Als Datenbasis diente das Studienkollektiv mit 18.924 Patienten (5.444 Diabetiker, 8.246 Prädiabetiker und 5.234 mit Normoglykämie), die im Zeitraum von einem Monat bis einem Jahr vor Studienstart ein akutes Koronarsyndrom (ACS) erlitten hatten.

Ihr LDL-Cholesterin lag bei Therapie mit maximal tolerierter Statindosis (Atorvastatin oder Rosuvastatin) bei 70 mg/dl oder darüber. Sie erhielten über im Mittel über 2,8 Jahre zusätzlich alle 2 Wochen eine Injektion des monoklonalen Antikörpers Alirocumab (75-150 mg s.c.) oder eine mit Placebo. 

Insgesamt konnte das relative Risiko für den primären Endpunkt (4-Punkt-MACE aus Herztod, nicht tödlichem Myokardinfarkt, ischämischem Schlaganfall sowie instabiler Angina pectoris mit Hospitalisierung) in der Verumgruppe um 15 % gegenüber Placebo gesenkt werden.

LDL-C-Senkung auf 25-50 mg/dl

Primäres Ziel der neuen Analyse war herauszufinden, ob das Drücken der LDL-C-Werte auf 25–50 mg/dl mit Alirocumab zum Statin speziell für die Hochrisikogruppe der Diabetiker einen besonderen Vorteil mit sich bringt.

Zusätzlich wurde darauf fokussiert, ob die PCSK9-hemmende Therapie einen Einfluss auf die Glukosekontrolle und die Diabetesinzidenz hat. Dies vor dem Hintergrund, dass ein genetischer bedingter PCSK9-Funktionsverlust mit einem erhöhten Diabetesrisiko assoziiert ist, wie Ray anführte [3].

Insgesamt traten fast 2.000 Endpunktereignisse auf (903 mit dem Antikörper, 1.052 mit Placebo), wie erwartet waren Teilnehmern mit Diabetes besonders betroffen. Schon bei Prädiabetikern waren solche Ereignisse häufiger, bei Diabetespatienten gegenüber normoglykämischen Teilnehmen etwa verdoppelt, wie Ray berichtete. Die absoluten Zahlen beliefen sich bei diesem Vergleich auf 380 Ereignisse versus 192 in der Verumgruppe und 452 versus 220 in der Placebogruppe.

Absolute Risikosenkung fast verdoppelt

Betrachte man die relative Risikoreduktion beim Vierpunkt-MACE über die Beobachtungszeit von 2,8 Jahren aufgeschlüsselt nach Normoglykämie, Prädiabetes und Diabetes, so liege diese auch in den einzelnen Gruppen bei etwa 15 %, so Ray.

„Der absolute Nutzen ist bei Menschen mit Diabetes allerdings deutlich größer“, nämlich 2,3 %, verglichen mit jeweils 1,2 % in den Gruppen mit Prädiabetes und normalen Zuckerspiegeln – also fast verdoppelt.

Da die LDL-Basiswerte und auch deren Senkung in allen drei Gruppen exakt dieselbe seien, könne dies allein auf das erhöhte Ereignisrisiko bei Diabetikern mit ACS in der Vorgeschichte zurückgeführt werden. Bei dieser Patientengruppe sei also mit einer stärkeren LDL-C-Absenkung auf 25-50 mg/dl der größte Nutzen in diesem Kollektiv zu erwarten.

Eine Zunahme der Diabetesinzidenz oder eine Beeinträchtigung der Glukosekontrolle war mit dem PCSK9-Hemmer in der Analyse nicht festzustellen, wobei Ray die Aussagekraft aufgrund der Auswertung unter Einsatz eines verblindeten Gutachterkomitees als „sehr robust“ bezeichnete.

Literatur

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