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05.12.2017 | Herz und Gefäße | Nachrichten

Lipidsenkung mit Alirocumab

Erneut kein Hinweis auf neurokognitive Effekte von PCSK9-Hemmer

Autor:
Philipp Grätzel

Eine starke LDL-Senkung wurde wiederholt mit unerwünschten neurokognitiven Effekten in Verbindung gebracht. Bisher ließ sich das nicht verifizieren. Auch für den PCSK9-Hemmer Alirocumab gibt es jetzt eine Metaanalyse, die zumindest für die ersten ein bis zwei Behandlungsjahre Entwarnung gibt.

Gemessen am Ausmaß der LDL-Senkung sind Antikörper gegen PCSK9 das schärfste Schwert zur Kontrolle einer Hypercholesterinämie bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten. Je nach Studie verringern diese Substanzen die LDL-Level um die Hälfte und mehr. Wie auch Statine werden PCSK9-Hemmer deswegen immer wieder mit neurokognitiven Störungen in Verbindung gebracht.

Harte Daten, die das belegen würden, gibt es aber nicht. Für Statine liegen mittlerweile mehrere Cochrane-Metanalysen vor, die auch im langjährigen Verlauf keinen Hinweis auf eine Häufung kognitiver Defizite sehen.

Für den PCSK9-Hemmer Evolocumab hat die Anfang 2017 vorgestellte EBBINGHAUS-Studie, eine Substudie der Zulassungsstudie FOURIER mit knapp 2.000 Patienten, über einen Zeitraum von 19 Monaten kein erhöhtes Risiko für kognitive Störungen gefunden.

Im European Heart Journal gibt es jetzt weitere Daten, diesmal zu dem PCSK9-Hemmer Alirocumab. Experten um den Psychiater Professor Philip Harvey von der Miller School of Medicine der Universität in Miami haben 14 randomisierte Phase-II und -III-Studien einer Metaanalyse unterzogen, und zwar unter Auswertung der individuellen Patientendaten. 3.340 Patienten mit Alirocumab-Therapie, die im Mittel etwas über ein Jahr lang und maximal zwei Jahre lange behandelt wurden, flossen in die Analyse ein.

Die Wissenschaftler unterscheiden Studien, in denen Alirocumab mit Placebo und solche, in denen Alirocumab mit Ezetimib verglichen wurde. In den placebokontrollierten Studien berichteten 0,9% der Patienten mit Alirocumab-Therapie und 0,7% der Patienten mit Placebotherapie über neurokognitive Störungen. Das war weit von jeder statistischen Signifikanz entfernt.

In den Ezetimib-Studien berichteten 1,2% der Alirocumab-Patienten und 1,3% der Ezetimib-Patienten über neurokognitive Probleme. Auch daraus lässt sich nicht ableiten, dass die weit stärkere LDL-Senkung mit Alirocumab spezifische kognitive Probleme nach sich zieht. Die Einschränkung bleibt, dass es sich hier, wie auch bei Evolocumab, bisher nur um vergleichsweise kurzfristige Daten handelt.

Literatur

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