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07.02.2019 | Herz und Gefäße | Nachrichten

Deutscher Herzbericht 2018

Kardiologen: Mehr Forschung und effektivere Prävention!

Autor:
Helmut Laschet

Der Deutsche Herzbericht 2018 enthält gute und weniger gute Nachrichten: Zwar sinkt hierzulande die kardiovaskulär bedingte Sterblichkeit, dennoch  bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen Todesursache Nummer 1. Kardiologen fordern einen Nationalen Aktionsplan. 

Die Mortalität aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr teils beachtlich gesunken: um fast 15 Prozent auf 40. 300 Gestorbene bei Herzinsuffizienz und um 4,6 Prozent auf 122.300 bei Koronaren Herzkrankheiten. Dies geht aus dem aktuell von der Deutschen Herzstiftung und den kardiologischen  bzw. kardiochirurgischen Fachgesellschaften vorgestellten 30. Deutschen Herzbericht 2018 hervor. 

Dennoch geben die Kardiologen keine Entwarnung. Mit insgesamt knapp 339.000 Todesfällen bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch vor dem Krebs Todesursache Nummer 1. Deutsche Herzstiftung und Fachgesellschaften fordern daher eine ähnliche politische Aufmerksamkeit für Herzkrankheiten wie im Kampf gegen den Krebs. 

Ruf nach mehr Förderung für die Herzforschung 

Gegenwärtig werde doppelt so viel Geld in die onkologische wie in die kardiologische Forschung investiert, obwohl in Deutschland weitaus mehr Menschen an kardiologischen als an onkologischen Erkrankungen sterben, so der amtierende Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), Prof. Hugo Katus aus Heidelberg auf einer Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung des Herzberichts 2018 in Berlin. Mehr finanzielle Mittel könnten unter anderem dabei helfen, effektivere Präventionsmaßnahmen und die Grundlagenforschung stärker zu fördern. 

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, die Herzchirurgin Professor Claudia Schmidtke, griff dies auf und sagte zu, sich für einen Nationalen Aktionsplan für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stark zu machen. 

Es gibt noch Verbesserungspotenziale 

Die Herz-Spezialisten machen aber auch auf noch nicht oder wenig genutzte Verbesserungspotenziale aufmerksam. Beispiel Prävention: Das Präventionsgesetz zeige bislang kaum Wirksamkeit. Immer noch seien 30 Prozent der Reha-Herzpatienten Raucher, 18 Prozent seien stark übergewichtig, 22 Prozent haben Diabetes, so Professor Rainer Hambrecht aus Bremen. Präventionsprogramme müssten intensiver auf besonders gefährdete Bevölkerungsteile konzentriert werden. 

Beispiel Plötzlicher Herztod: 65.000 Menschen jährlich erleiden ein plötzliches Herzversagen, 60.000 sterben daran. Ein großer Teil könnte gerettet werden, wenn sofort mit der Herzdruckmassage begonnen würde. Die Quote der Laienreanimation sei in Deutschland mit 30 bis 35 Prozent „inakzeptabel“, kritisierte  Professor Dietrich Andresen aus Berlin, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Andere Länder erreichten eine Quote von bis zu 80 Prozent.

 

Literatur