Herz und Hirn

Häufig liegt einem Schlaganfall eine kardiale Ursache zugrunde. Nicht wenige Erkrankungen betreffen sowohl das Herz als auch das Gehirn. In diesem Dossier erhalten Sie einen Überblick, was Kardiologinnen und Kardiologen über die Zusammenhänge beider Organe wissen sollten.

Schlaganfall: Nützt Thrombektomie auch bei erweitertem Zeitfenster?

Daten aus einem deutschen Schlaganfall-Register legen nahe, dass eine mechanische Thrombektomie bei Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall und großem Infarktareal auch innerhalb eines erweiterten Zeitfensters von Vorteil sein könnte.

Erfolg mit Thrombektomie nun auch bei Basilarisverschlüssen

In zwei randomisierten Studien hat sich das katheterbasierte Verfahren der endovaskulären Thrombektomie nun auch bei ischämischen Schlaganfällen infolge von Verschlüssen der Basilarisarterie als klinisch vorteilhaft erwiesen.

Zerebraler Embolieschutz bei TAVI erfüllt nicht die Erwartungen

Das Ziel, mithilfe eines zerebralen Protektionssystems periprozedurale Schlaganfälle bei kathetergestützter Aortenklappen-Implantation insgesamt zu reduzieren, ist in der bisher größten randomisierten Studie verfehlt worden. Ein positives Ergebnis gab trotzdem.

Schlaganfall-Sekundärprävention: Bald eine Indikation für Faktor XIa-Hemmer?

Der Faktor XIa-Inhibitor Milvexian hat das Potenzial, das Rezidivrisiko in der Sekundärprophylaxe ischämische Schlaganfälle zu reduzieren, ohne dass vermehrt intrakranielle Blutungen zu befürchten sind. Dennoch waren die Ergebnisse einer großen Phase-2-Studie nicht durchweg positiv.

Faktor-XIa-Hemmer: Antikoagulation auf höherem Sicherheitsniveau?

Faktor-XIa-Hemmer werden derzeit als Antikoagulanzien mit potenziell verbessertem Sicherheitsprofil entwickelt. Zwei neue Phase-II-Studien mit dem Wirkstoff Asundexian geben nun Aufschluss darüber, ob man der erhofften Reduktion des Blutungsrisikos nähergekommen ist.

Herzinsuffizienz: Freispruch vom Demenzverdacht für Sacubitril

Der rein hypothetische Verdacht, dass der bei Herzinsuffizienz eingesetzte Neprilysin-Inhibitor Sacubitril die kognitive Funktion in Richtung Demenz verändern könnte, wird durch eine neue Studie entkräftet. Sie bietet nicht den geringsten Anhaltspunkt für ein entsprechendes Risiko.

Schlaganfall: Spezielle Strategie verbessert neurologische Prognose

Das Prinzip der „ischämischen Fernkonditionierung“ kommt ursprünglich aus der Herzmedizin, und hat hier in den letzten Jahren eher enttäuscht. Nun liefert eine randomisierte Studie Hinweise, dass das Konzept bei Schlaganfallpatienten funktionieren könnte.

Endometriose geht mit Zunahme von Schlaganfällen einher

Frauen mit Endometriose haben ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Auch Schlaganfälle treten bei ihnen häufiger auf, zeigt jetzt erstmals eine große Studie. Absolut betrachtet ist die Risikozunahme aber sehr gering.

Bei Schlaganfällen ohne bekannte Risikofaktoren liegen doch oft welche vor

Schrödingers vaskuläre Risikofaktoren: Aus einer beim „European Academy of Neurology“ (EAN)-Kongress 2022 vorgestellten Registeranalyse geht hervor, dass bei der Mehrheit der Patienten mit einem ischämischen Schlaganfall mindestens ein vaskulärer Risikofaktor vorlag, der jedoch zuvor nicht diagnostiziert war.

Bergen subklinische Segelthrombosen nach TAVI ein Risiko?

Subklinische thrombotische Auflagerungen nach kathetergestützter Aortenklappenimplantation gehen zumindest mittelfristig mit keiner Zunahme von Mortalität und zerebrovaskulären Ereignissen einher, zeigt eine Studie von Kardiologen aus Freiburg-Bad Krozingen.

Alle Themen-Specials

Von Covid-19 über eHealth in der Kardiologie bis hin zu KHK und Herzinfarkt: In unseren Themen-Specials finden Sie die neuesten Studien und Nachrichten zu Prävention, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen aus dem Bereich Kardiologie. 

Arzt vor Gehirn-CT/© sabthai / stock.adobe.com
Blutdruck und Gehirn/© Shidlovski / Getty Images / iStock
Herz und Gefäße/© [M] Sebastian Kaulitzki | Lumarmar / Fotolia