Herz und Hirn

Häufig liegt einem Schlaganfall eine kardiale Ursache zugrunde. Nicht wenige Erkrankungen betreffen sowohl das Herz als auch das Gehirn. In diesem Dossier erhalten Sie einen Überblick, was Kardiologinnen und Kardiologen über die Zusammenhänge beider Organe wissen sollten.

Bei Schlaganfällen ohne bekannte Risikofaktoren liegen doch oft welche vor

Schrödingers vaskuläre Risikofaktoren: Aus einer beim „European Academy of Neurology“ (EAN)-Kongress 2022 vorgestellten Registeranalyse geht hervor, dass bei der Mehrheit der Patienten mit einem ischämischen Schlaganfall mindestens ein vaskulärer Risikofaktor vorlag, der jedoch zuvor nicht diagnostiziert war.

Bergen subklinische Segelthrombosen nach TAVI ein Risiko?

Subklinische thrombotische Auflagerungen nach kathetergestützter Aortenklappenimplantation gehen zumindest mittelfristig mit keiner Zunahme von Mortalität und zerebrovaskulären Ereignissen einher, zeigt eine Studie von Kardiologen aus Freiburg-Bad Krozingen.

Langes Sitzen, höheres Schlaganfallrisiko

Einen großen Teil des Tages sitzend zu verbringen ist Alltag für viele Menschen. Gesund ist es nicht, zeigt jetzt auch eine US-Analyse, in der längeres Sitzen mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko einhergeht.

Wie fliegende Ärzte die Schlaganfall-Therapie optimieren können

Wie ein Zeitgewinn von 90 Minuten bei der endovaskulären Therapie von Patienten mit ischämischem Schlaganfall in einer ländlichen Region zu erreichen ist, zeigt ein Pilotprojekt in Bayern.

Schlaganfall: Erhöhtes Rezidivrisiko bei „komplizierten“ Karotisplaques

Patientinnen und Patienten mit ischämischem Schlaganfall und sogenannten „komplizierten“ Plaques in der Halsschlagader ipsilateral zur akuten Hirnischämie haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Rezidiv-Schlaganfälle. Das belegen Ergebnisse der deutschen CAPIAS-Studie.

Was eine eingeschränkte Vorhoffunktion mit Demenz zu tun hat

Eine echokardiografisch messbare Verringerung von Parametern der linksatrialen Funktion war in einer neuen Studie mit einem erhöhten Risiko für eine Demenz-Entwicklung assoziiert – auch dann, wenn kein Vorhofflimmern bestand.

Intensive Blutdrucksenkung: Hirndurchblutung nimmt wider Erwarten zu

Eine intensive Blutdrucksenkung auf systolische Werte unter 120 mmHg geht nicht mit einer Abnahme der Hirndurchblutung einher. Wider Erwarten scheint der zerebrale Blutfluss in diesem Fall sogar anzusteigen, wie neue Ergebnisse der SPRINT-Studie nahelegen.

Beeinträchtigt eine Vorhofflimmern-Ablation die Kognition?

Es gibt die Sorge, dass eine Vorhofflimmern-Ablation die kognitiven Fähigkeiten der behandelten Patienten beeinträchtigen könnte. Eine Studie gibt nun Entwarnung, wobei Hirnläsionen nach der Prozedur relativ häufig vorkommen.

Vorhofflimmern: Nützen NOAKs auch bei niedrigem Schlaganfallrisiko?

Die Leitlinien empfehlen orale Antikoagulanzien bei Vorhofflimmern-Patienten mit erhöhtem Schlaganfallrisiko. Eine Beobachtungsstudie deutet nun darauf hin, dass eine NOAK-Therapie auch bei niedrigem Risiko einen Nettobenefit bringt. Experten äußern jedoch Zweifel an der klinischen Relevanz der Ergebnisse.

Gerinnungshemmer-Gabe während Thrombektomie schadet mehr, als sie nützt

Ob Schlaganfallpatienten während einer Thrombektomie zusätzlich mit Heparin oder ASS behandelt werden sollten, ist umstritten, weil keine randomisierten Studien dazu existieren. Eine solche Studie gibt es jetzt – und ihre Ergebnisse sprechen prinzipiell gegen eine solche Behandlungsstrategie.

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Von Covid-19 über eHealth in der Kardiologie bis hin zu KHK und Herzinfarkt: In unseren Themen-Specials finden Sie die neuesten Studien und Nachrichten zu Prävention, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen aus dem Bereich Kardiologie. 

Arzt vor Gehirn-CT/© sabthai / stock.adobe.com
Blutgerinnsel/© wildpixel / Getty Images / iStock
Herz und Gefäße/© [M] Sebastian Kaulitzki | Lumarmar / Fotolia