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08.04.2019 | Herz und Lunge | Nachrichten

Gefahr für die Gesundheit

Luftverschmutzung verkürzt die Lebenserwartung

Autor:
Joana Schmidt

Die Feinstaubbelastung der Atemluft gilt als eigenständiger kardiovaskulärer Risikofaktor. Neue Daten weisen jetzt darauf hin, dass die durch Luftverschmutzung verursachten Gesundheitsschäden die Lebenserwartung eines heute geborenen Kindes durchschnittlich um 20 Monate verringern könnten.

Luftverschmutzung ist aktuell die fünfthäufigste Todesursache weltweit. Aufgrund schlechter Luft versterben jährlich mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle oder Malaria. Das zeigt der aktuelle Bericht des amerikanischen Health Effects Instituts, das jährlich Forschungsergebnisse zum Thema globale Luftverschmutzung veröffentlicht.

Lebenserwartung um durchschnittlich 20 Monate verkürzt

Die Lebenserwartung eines heute geborenen Kindes könnte aufgrund der zunehmenden Luftverschmutzung und der daraus resultierenden Gesundheitsschäden um durchschnittlich 20 Monate verringert werden, errechneten die Autoren des State of Global Air Reports 2019. In Südasien, die Region mit der höchsten Feinstaubbelastung, sinke die Lebenserwartung eines Kindes sogar um mehr als 30 Monate.

Weltweit starben im Jahr 2017 fast fünf Millionen Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung. Dazu zählen Todesfälle durch Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes, Lungenkrebs und chronische Lungenerkrankungen. Hauptquellen der Verschmutzung sind Fahrzeug- und Industrieemissionen sowie Kohlekraftwerke. Ursache für verschmutze Luft innerhalb von Gebäuden ist vor allem die Verbrennung von Holz oder Kohle zum Kochen.

Feinstaubbelastung erhöht Mortalitätsrisiko bei Diabetes

Etwa die Hälfte aller durch Luftverschmutzung bedingten Todesfälle seien im Jahr 2017 in China und Indien aufgetreten, jeweils mehr als 1,2 Millionen. Während aber China Fortschritte beim Eindämmen der Luftverschmutzung gemacht hat, herrschen in Pakistan, Bangladesch und Indien die höchsten Belastungswerte seit 2010, schreiben die Studienautoren.

2017 sei Feinstaubbelastung der dritthäufigsten Risikofaktor für Mortalität und Morbidität bei Menschen mit Typ-2-Diabetes weltweit gewesen, gefolgt von hohen Blutzuckerwerten und einem hohen Body Mass Index. Die verschmutzte Luft habe 2017 zu 276.000 Todesfällen bei Typ-2-Diabetikern weltweit geführt, wovon mit 55.000 die meisten in Indien auftraten.

Literatur

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