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21.03.2019 | Herz und Niere | Nachrichten

Telemedizin

Digital gestützte Coaching-Studie für kardiorenale Patienten geht an den Start

Autor:
Philipp Grätzel

Ein neues telemedizinisches Coaching-Programm soll dazu beitragen, dass Patienten mit sowohl Herz- als auch Niereninsuffizienz besser versorgt werden. Der behandelnde Kardiologe oder Nephrologe bleibt dabei im Führerhaus.

„Für kardiorenale Patienten gibt es zwar Leitlinien, aber viele der Patienten sind trotzdem alles andere als optimal behandelt, und entsprechend häufig sind Komplikationen und Krankenhauseinweisungen“, betont PD. Dr. Mark Lüdde von der Kardiologie und Angiologie am UKSH in Kiel. Lässt sich das ändern? Im Rahmen der auf zunächst 200 Patienten krankenkassenübergreifend angelegten, randomisierten CardioRenoMax-Studie will Lüdde jetzt zusammen mit dem Nephrologen Prof. Dr. Thorsten Feldkamp, Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen am UKSH Kiel, zeigen, dass es auch anders geht.

Die auf anderthalb Jahre angelegte CardioRenoMax-Studie, an der interessierte Ärzte aus ganz Deutschland teilnehmen können, will prüfen, ob ein telefonisches Coaching in Rahmen eines telemedizinischen Betreuungsansatzes Krankenhauseinweisungen verhindern, die Lebensqualität verbessern und vielleicht sogar eine Verschlechterung der Niereninsuffizienz in Richtung Dialyse verzögern kann. Teilnehmen können Patienten mit einer Herzinsuffizienz im NYHA-Stadium II/III und gleichzeitig einer Niereninsuffizienz im CKD Stadium IIIb oder IV.

Das telemedizinische Coaching erfolgt über die Plattform TeLiPro des Telemedizinanbieters Deutsches Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG). Das DITG schickt allen registrierten Studienteilnehmern Telemedizinequipment zu, darunter eine Waage, ein Blutzuckermessgerät, eine Smartwatch und ein dazu passendes Smartphone. Alle Patienten können ihre Daten auf die Plattform hochladen, und der jeweils behandelnde Arzt, ob in einer Krankenhausambulanz oder in einer Arztpraxis, ob Nephrologe oder Kardiologe, kann die Daten einsehen.

„… sehr nah an der Versorgungsrealität“

Während die digitalen Gerätschaften und die Web-Plattform allen Patienten zugänglich sind, gibt es ein zusätzliches Tele-Coaching durch einen (nicht ärztlichen) Coach nur in der Interventionsgruppe. Die Studie evaluiert also nicht die Telemedizin per se, sondern die umfassende Betreuung durch behandelnden Arzt und zusätzlichen Coach im Kontext einer digitalen Vitaldatenerfassung. Das telefonische Coaching zielt dabei stark auf Patienten-Empowerment: So werden Ernährung, Flüssigkeitsmanagement und körperliche Aktivität thematisiert, und der Patienten wird in allen Krankheitsfragen umfassend unterstützt und beraten.

„Dadurch, dass wir ohne ein separates Telemedizinzentrum arbeiten, sind wir mit unserer Studie sehr nah an der Versorgungsrealität. Die Ärzte behalten ihre Patienten, sind aber gleichzeitig in enger Abstimmung mit dem Coach und haben Zugang zu allen relevanten Daten“, so Feldkamp. Ein ähnlicher Ansatz auf derselben Telemedizinplattform habe bereits bei Diabetespatienten sehr gute Erfolge gezeigt.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

Literatur

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