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03.05.2019 | Herz und Sport | Nachrichten

MRT-basierte Vergleichsstudie

Intensives Training gleicht kardiale Defizite durch Frühgeburtlichkeit aus

Autor:
Philipp Grätzel

Bei Frühgeborenen lassen sich bis ins Erwachsenenalter kardiale Veränderungen nachweisen, die mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einhergehen. Ein 14-wöchiges Trainingsprogramm bringt die Unterschiede zu „normalen“ Erwachsenen zum Verschwinden.

Sehr vorzeitig geborene Frühchen haben – unabhängig von echten Fehlbildungen – zu einem hohen Prozentsatz Herzveränderungen, die mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einhergehen. So ist das Herz zum Beispiel häufig kleiner als bei reifgeborenen Kindern, und mit empfindlichen Messmethoden lassen sich die Veränderungen auch bis ins Erwachsenenalter nachweisen. Unklar ist bisher, ob und wie diese Veränderungen rückgängig gemacht werden können.

Bei der Tagung EuroCMR in Venedig berichtete Elizabeth Hillier von der McGill Universität in Montreal, Kanada, nun über eine Pilotstudie mit 14 jungen Erwachsenen, die zwischen 18 und 29 Jahre alt waren. Acht davon waren als Frühgeborene mindestens zwei Monate vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt gekommen, die anderen sechs waren reif geborene Kontrollprobanden. Die Studienteilnehmer unterzogen sich einem 14-wöchigen, relativ intensiven Trainingsprogramm mit Ausdauer- und Krafttraining für mindestens 150 Minuten pro Woche, verteilt über mindestens drei Termine, von denen zwei unter Anleitung stattfanden.

Funktionelle Unterschiede nach dem Training verschwunden

Vor und nach Ende des Trainingsprogramms wurden Struktur und Funktion des Herzen per MRT evaluiert. Dabei kam ein Protokoll zum Einsatz, bei dem die Probanden 60 Sekunden hyperventilieren und dann den Atem anhalten. Dadurch wird eine kardiale Belastung simuliert, die dem Tauchen ähnelt und die es erlaubt, relativ geringe Veränderungen in Herzform und Herzfunktion messbar zu machen, ohne dass Kontrastmittel oder kardiovaskulär wirksame Medikamente eingesetzt werden müssten.

Im Vergleich zu den Kontrollprobanden schnitten die ehemaligen Frühchen bei der Untersuchung im Vorfeld des Trainingsprogramms schlechter ab, insbesondere was die Pumpleistung und was die kontraktile Funktion anging. Nach dem 14wöchigen Training waren diese Unterschiede nicht mehr nachweisbar. Ob die günstigen Veränderungen durch ein einmaliges Trainingsprogramm von Dauer sind, ist noch offen.

Literatur