Nachrichten 28.02.2019

Je mehr Liegestütze, desto gesünder das Herz

Eine neue Studie legt nahe: Je mehr Liegestütze jemand schafft, desto geringer ist sein kardiovaskuläres Risiko. Das Ergebnis könnte zukünftig nützlich für die Risikobewertung sein, da sich das schnell und ohne teure Geräte testen lässt.

Die Forscher um Prof. Stefanos Kales von der Harvard Universität in Cambridge untersuchten in ihrer 10-jährigen Studie über 1100 Feuerwehrmänner mit einem Durchschnittsalter von 39,6 Jahren. Sie fanden heraus: Teilnehmer, die in der Lage waren, mehr als 40 Liegestütze zu machen, hatten ein um 96% niedrigeres Herz-Kreislauf-Risiko als Männer, die nur 10 oder weniger Liegestütze schafften.

37 kardiovaskuläre Ereignisse in 10 Jahren

Zu Beginn der Studie ermittelten die Forscher, wie viele Liegestütze die Teilnehmer machen konnten und wie lange sie den Belastungstest auf dem Laufband durchhielten. Damit die Liegestütze vergleichbar waren, mussten die Teilnehmer sie im Takt eines Metronoms absolvieren. Die meisten Männer schafften 21 bis 30 Liegestütze, 155 Teilnehmer absolvierten 41 oder mehr, und 75 schafften weniger als 10 Liegestütze.

Während des Zeitraums von 10 Jahren registrierten die Forscher 37 kardiovaskuläre Ereignisse bei den Teilnehmern. Mit einer Ausnahme waren nur Männer davon betroffen, die zu Beginn der Studie weniger als 40 Liegestütze ausführen konnten. Zudem stellten die Forscher fest, dass die Fähigkeit, viele Liegestütze absolvieren zu können, stärker mit einem geringen kardiovaskulären Risiko assoziiert war, als die aerobe Kapazität, die durch den Belastungstest gemessen wird.

Fitness ist relevanter Prädiktor für kardiovaskuläres Risiko

Nach Ansicht der Studienautoren ist das Zählen der Liegestütze schneller und kostengünstiger, um das kardiovaskuläre Risiko zu bewerten, als ein klassischer Belastungstest. Es ließe sich darüber hinaus fast überall durchführen. Die Forscher wiesen jedoch darauf hin, dass die Ergebnisse möglicherweise nicht auf Frauen oder ältere, jüngere oder körperlich weniger aktive Männer zutreffen, da dies nicht untersucht wurde.

Trotzdem bestätigt die Studie den Zusammenhang zwischen kardiovaskulärer Gesundheit und körperlicher Bewegung. „Die Ergebnisse betonen die Bedeutung der körperlichen Fitness für die Gesundheit. Ärzte sollten sie deshalb bei der Untersuchung ihrer Patienten berücksichtigen“, so Studienleiter Kales.

Literatur

Kales S et al. Association Between Push-up Exercise Capacity and Future Cardiovascular Events Among Active Adult Men. JAMA Network Open 2019. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2018.8341