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03.05.2019 | Herz und Sport | Nachrichten

Trainingsprogramm zeigt Wirkung

Marathon: Ein Jungbrunnen für die Blutgefäße?

Autor:
Philipp Grätzel

Planen Sie Ihren ersten Marathon? Es könnte sich lohnen. Wer noch nie einen Marathon gelaufen ist, kann mit dem dafür empfohlenen Training (und dem anschließenden Lauf) sein Gefäßalter um vier Jahre senken.

Einen Marathon läuft man nicht aus dem Stand. Man muss ordentlich trainieren, und wer es ganz genau nimmt, folgt einem der empfohlenen Trainingspläne, die es überall im Internet zu finden gibt. So gibt es beispielsweise beim London Marathon für alle Marathon-Novizen ein „First-time finisher training programme“, das über 16 Wochen geht und die Läufer im Mittel dreimal pro Woche fordert, davon einmal mit einer Langstrecke.

Aorta um vier Jahre verjüngt

Bei der auf Kardio-MRT fokussierten ESC-Tagung EuroCMR in Venedig hat jetzt Dr. Anish Bhuva vom University College London über eine Studie berichtet, bei der er Herz und Blutgefäße von 139 gesunden Menschen zwischen 21 und 69 Jahren, die 2016 oder 2017 in London zum ersten Mal einen Marathon gelaufen sind, per MRT und Ultraschall untersucht hat, und zwar sechs Monate vor dem Lauf und zwei Wochen danach. Allen Studienteilnehmern war empfohlen worden, sich nach dem „First-time finisher training programme“ zu richten. Keiner war vor dem Marathon ein exzessiver Jogger gewesen. Alle berichteten, im Mittel weniger als zwei Stunden pro Woche zu laufen.

Wofür sich die Kardiologen vor allem interessierten, war die Steifheit der Aorta. Sie wurde benutzt, um das biologische Alter der Aorta zu berechnen. Und siehe da: Im Mittel war die Aorta durch das intensive, erstmalige Marathontraining um vier Jahre jünger geworden. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei älteren Läufern und bei jenen, die etwas langsamer waren. Kurz gesagt: Je weniger sportlich die Läufer, umso stärker wirkte die Marathonvorbereitung als Jungbrunnen für die Gefäße.

Eigenständiger Gefäßeffekt

Interessanterweise sei der Effekt des mehrmonatigen Trainings auf die konventionellen Trainingsmarker bei Läufern, also Herzfrequenz und kardiovaskuläre Fitness, nur relativ gering gewesen, so Bhuva. Auch war die Verbesserung der Steifheit der Aorta unabhängig von Veränderungen im Blutdruck. Es scheint also einen eigenständigen Effekt auf die Blutgefäße zu geben, der sich nicht direkt durch allgemeine Kreislauf- und Fitnesseffekte erklären lässt.

Literatur

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