Onlineartikel 13.02.2015

Herzchirurgie 2014: Zahl der Operation steigt auf über 100.000

Die Fachgesellschaft der deutschen Herzchirurgen DGTHG hat auf ihrer Jahrestagung in Freiburg jüngst ihre Leistungsstatistik 2014 vorgestellt. Über einen Mangel an Beschäftigung können Herzchirurgen demnach insgesamt nicht klagen –- auch wenn es in einzelnen Bereichen rückläufige Fallzahlen gab.

Nach der jetzt vorgelegten Leistungsbilanz ist die Gesamtzahl aller Herzoperationen in Deutschland erstmals seit zehn Jahren 2014 gegenüber dem Vorjahr wieder leicht auf 100.394 angestiegen. Im Jahr 2013 waren an den 79 herzchirurgischen Fachabteilungen hierzulange noch 99.132 Eingriffe gezählt worden.

Ein nur marginaler Rückgang ist bei den isolierten oder mit anderen herzchirurgischen Maßnahmen kombinierten koronaren Bypass-Operationen zu verzeichnen. Nach 54.266 Eingriffen im Vorjahr waren es 53.805 im Jahr 2014. Blickt man allerdings länger zurück, wird ein deutlicherer Rückgang erkennbar: Im Jahr 2006 war die Zahl der koronaren Bypass-Operationen mit 64.502 noch wesentlich höher.

Anstieg bei den Herzklappen-Operationen

Im Gegensatz zur koronarchirurgischen Revaskularisation steigt die Zahl der herzchirurgisch behandelten Patienten mit erworbenen Herzklappen-Erkrankungen – bedingt durch den wachsenden Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung – seit einigen Jahren kontinuierlich an. Gegenüber 2013 gab es einen Zuwachs um knapp sechs Prozent - von 29.672 auf 31.359 Eingriffe im Jahr 2014.

Wesentlich Anteil daran hatten konventionelle herzchirurgische Klappenersatz-Operationen bei Patienten mit Aortenklappen-Erkrankung. Ihre Zahl ist 2014 mit 11.764 praktisch identisch mit der Zahl der Eingriffe im Vorjahr (11.765). Trotz deutlicher Zunahme von katheterbasierten Aortenklappen-Implantationen (TAVI) bewegt sich die klassische Aortenklappenersatz-Operation somit auf stabilem Niveau.

Historischer Tiefstand bei Herztransplantationen

Ein trauriges Kapitel ist nach wie vor die Entwicklung bei den Herztransplantationen: Ihre Zahl hat mit nur noch 294 im Jahr 2014 einen historischen Tiefstand erreicht, nachdem es im Vorjahr 301 gewesen waren. Der bisherige Höchststand war 1998 mit 526 Herztransplantationen erreicht worden. Im Vergleich dazu ist 2014 ein Rückgang um mehr als 40 Prozent zu verzeichnen. Den alleinigen Grund sieht die DGTHG in der abnehmende Bereitschaft der Bevölkerung zur Organspende.

Notgedrungen greifen Herzchirurgen deshalb immer häufigen auf Herzunterstützungssysteme zurück. So hat sich die Zahl der Linksherzunterstützungssystem, von denen 2006 noch 350 implantiert wurden, mit 957 im Jahr 2014 fast verdreifacht. Sogenannte Kunstherzen, die das menschliche Herz komplett ersetzen sollen, kommen dabei immer seltener zu Einsatz. Der Trend geht zu kleineren, leistungsfähigeren und einfacher handhabbaren Geräten, die entweder die linke oder die rechte Herzkammer in ihrer Funktion unterstützen.

Professor Armin Welz neuer DGTHG-Präsident

Professor Armin Welz, Direktor der Klinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Bonn, hat die Präsidentschaft der DGTHG übernommen. Er löst damit Professor Jochen Cremer aus Kiel als bisherigen Präsidenten ab.

Welz war schon in den letzten beiden Jahren erster Vizepräsident der DGTHG. Seine Amtszeit als Präsident läuft bis Februar 2017. Zum neuen ersten Vizepräsidenten ist Privatdozent Wolfgang Harringer, Chefarzt der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Städtischen Klinikum Braunschweig, gewählt worden.
 

Literatur

Pressemitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) vom 10.Februar und 12. Februar 2015