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15.03.2016 | Nachrichten | Onlineartikel

Ixmyelocel-T

Herzinsuffizienz: Erfolg mit zelltherapeutischer Methode

Autor:
Peter Overbeck

Eine neue zelltherapeutische Methode zur „Reparatur“ von geschädigtem Myokardgewebe hat sich in einer randomisierten kontrollierten Phase-2b-Studie bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz als klinisch wirksam erwiesen, teilt der Studiensponsor aktuell mit. Detaillierte Ergebnisse soll es in Kürze geben.

Die Phase-2b-Studie ixCELL-DCM hat ihr primäres Studienziel erreicht, informiert das in Cambridge im US-Bundestaat Massachusetts ansässige US-Unternehmen Vericel in einer aktuellen Pressemitteilung zu „Top-Line“-Ergebnissen der Studie. Will heißen: Durch eine als Ixmyelocel-T bezeichnete Zelltherapie konnte bei Patienten mit ischämisch bedingter, fortgeschrittener Herzinsuffizienz die Zahl der Todesfälle, kardiovaskulär bedingten Klinikeinweisungen und ungeplanten Behandlungen wegen akuter dekompensierter Herzinsuffizienz (ambulant oder in Notfallambulanzen) im Zeitraum von 12 Monaten im Vergleich zu Placebo deutlich reduziert werden.

Mehr ist derzeit nicht zu erfahren. Somit bleibt vorerst im Dunkeln, ob auch die Mortalität als Einzelkomponente des kombinierten Studienendpunktes per se verringert wurde. Die detaillierten Ergebnisse sollen am 4. April in einer „Late-Breaking Clinical Trials“-Sitzung bei Kongress des American College of Cardiology (ACC) in Chicago vorgestellt werden.

Patientenspezifische Zellmixtur

Für die Studie sind an 28 Zentren in den USA 114 Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz auf Basis einer ischämischen Kardiomyopathie rekrutiert worden, bei denen revaskularisierende Therapieoptionen (PCI, Bypass-Op) keinen Erfolg mehr versprachen. Geprüft wurden Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Ixmyelocel-T. Dabei handelt es sich um eine patientenspezifische hochangereicherte Zellmixtur, die mithilfe eines automatisierten Verfahrens aus zuvor gewonnenen autologen Knochenmarkzellen der Patienten hergestellt und diesen dann per Katheter transendokardial injiziert wird.

Das patentrechtlich geschützte Herstellungsverfahren des Unternehmens Vericel zielt darauf, bestimmte Zelltypen – primär mesenchymale Stammzellen (CD90+) und Monozyten (CD14+) sowie alternativ aktivierte Makrophagen – selektiv um ein Vielfaches zu vermehren. Die Hoffnung ist, dadurch bestimmte Funktionen, die für den Gewebeumbau sowie für Immunmodulation und Angiogenese erforderlich sind, verstärken zu können.

Die neue Zelltherapie ist auch zur Behandlung von Patienten mit kritischer Extremitäten-Ischämie in der klinischen Erprobung.

Literatur

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