Skip to main content
main-content

09.11.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Omecamtiv Mecarbil

Herzinsuffizienz: Neuer Therapieansatz empfiehlt sich für weitere Erforschung

Autor:
Peter Overbeck

Omecamtiv Mecarbil, ein neuartiger Wirkstoff zur Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz, hat sich in einer Phase-II-Studie mit günstigen Effekten auf Herzfunktion und -struktur für eine weitere klinische Erforschung auf breiterer Basis empfohlen.

Die Unternehmen Amgen und Cytokinetics, die Omecamtiv Mecarbil in einem gemeinsamen Forschungsprojekt entwickeln, informierten am 27. Oktober 2015 über den positiven Ausgang der Phase-II-Studie COSMIC-HF. Jetzt sind die Ergebnisse in einer „Late-breaking Clinical Trial“-Sitzung beim AHA-Kongress von Studienleiter Dr. John Teerlink aus San Francisco im Detail präsentiert worden.

Myosin-Aktivierung als neuer Wirkansatz

Der Myosin-Aktivator Omecamtiv Mecarbil stellt ein neues Therapiekonzept, von dem man sich weitere Fortschritte in der Behandlung von Patienten mit akuter oder chronischer Herzinsuffizienz erhofft. Myosin ist bekanntlich ein wichtiges Motorprotein in Muskelfasern, das an der Umwandlung von chemischer Energie in Kraft und Bewegung beteiligt ist. Es bildet zusammen mit Aktin die kontraktile Einheit des Muskels.

Omecamtiv Mecarbil verlängert die zyklusabhängige Interaktion von Myosin mit Aktin und bewirkt so eine Verlängerung der Systolendauer und eine Verbesserung der kardialen Kontraktilität. Im Gegensatz zu anderen positiv inotrop wirksamen Arzneimitteln lässt der neue Myosin-Aktivator die zelluläre Kalziumkonzentration, die Kontraktionsgeschwindigkeit und den myokardialen Sauerstoffverbrauch unverändert.

Im ersten Teil der COSMIC-HF-Studie (Eskalationsphase) waren zunächst drei orale Formulierungen des Myosin-Aktivators getestet worden, um davon eine für die weitere Prüfung in der größeren und längeren Expansionsphase der Studie auszuwählen. An der angeschlossenen Expansionsphase nahmen 448 klinisch stabile Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und linksventrikulärer systolischer Dysfunktion teil. Sie wurden randomisiert drei Gruppen zugeteilt und 20 Wochen lang entweder mit Omecamtiv Mecarbil (25 mg zweimal täglich oder 25 mg mit Dosistitration auf 50 mg zweimal täglich, in Abhängigkeit von den gemessenen Plasmakonzentrationen) oder mit Placebo behandelt. Die gesamte Follow-up-Dauer betrug 24 Wochen.

Systolische Auswurfzeit verbessert

Im Fokus stand primär die Analyse der Pharmakokinetik des Titrationsregimes. Als sekundäre Endpunkte wurden darüber hinaus diverse kardiale Funktionsparameter analysiert. Hier ergaben sich signifikante Verbesserungen durch Omecamtiv Mecarbil, so bei der systolischen Auswurfzeit, beim Schlagvolumen und bei der Auswurffraktion, berichtete Teerlink. Die Spiegel des kardialen Biomarkers NT-proBNP als Gradmesser für die Schwere der Herzinsuffizienz wurden signifikant gesenkt.

Die pharmakodynamischen Effekte von Omecamtiv Mecarbil erwiesen sich als dosisabhängig. In der Gruppe mit Dosistitration waren zudem günstige Effekte auf die Ventrikelkonfiguration (Abnahme der linkventrikulären endsystolischen und enddiastolischen Durchmesser) und eine signifikante Reduktion der Herzfrequenz zu verzeichnen.

Leichte Troponin-Anstiege

In puncto Sicherheit und Verträglichkeit unterschied sich der Myosin-Aktivator so gut wie nicht von Placebo. Allerdings wurden unter Omecamtiv Mecarbil leichte Troponin-Anstiege beobachtet, die jedoch nach der Beurteilung durch ein Gutachter-Komitees sämtlich nicht die Kriterien für einen Herzinfarkt erfüllten und keine klinischen Auswirkungen hatten, betonte Teerlink. Nach seiner Einschätzung implizieren die gezeigten Effekte die Möglichkeit, dass sich eine Behandlung mit Omecamtiv Mecarbil auf längere Sicht auch günstig auf die Inzidenz klinische Ereignisse wie Klinikeinweisungen bei Herzinsuffizienz auswirken könnte. 

Literatur

Das könnte Sie auch interessieren