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11.03.2019 | Herzinsuffizienz | Nachrichten

Analyse von Registerdaten

Herzinsuffizienz: Wie sich die Auswurffraktion verändert und was das bedeutet

Autor:
Peter Overbeck

Welchem Phänotyp eine Herzinsuffizienz zuzuordnen ist, bemisst sich an der linksventrikulären Ejektionsfraktion als Maß für die Herzfunktion. Die ist allerdings keine feste Größe, sondern verändert sich mit der Zeit. Genaueren Aufschluss darüber geben Daten eines schwedischen Registers.

Beim Herzinsuffizienz–Phänotyp wird heute zwischen Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion (Heart Failure with preserved Ejection Fraction oder HFpEF), Herzinsuffizienz mit mittlerer Ejektionsfraktion (Heart Failure mid-range Ejection Fraction oder HFmrEF) und Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (Heart Failure with reduced Ejection Fraction oder HFrEF) differenziert. Maßgeblich dafür ist, ob die Elektionsfraktion (EF) im Bereich ≥50%, zwischen 40% und 49% oder im Bereich <40% liegt.

Die EF ist aber keine statische Größe. Sie kann mit der Zeit sowohl zu- als auch abnehmen. Dies kann von Bedeutung für die Behandlung wie auch die Prognose der Patienten sein. Schwedische Untersucher haben deshalb jetzt in einer Studie einmal Häufigkeit, Prädiktoren und prognostische Auswirkungen von EF-Veränderungen bei Patienten mit Herzinsuffizienz genauer unter die Lupe genommen.

Dazu hat die Gruppe um Dr. Ola Vedin vom Uppsala Clinical Research Centre Daten von 4.942 konsekutiven Patienten mit Herzinsuffizienz aus einem Register  (Swedish Heart Failure Registry) ausgewertet, von  denen mindestens zwei EF-Messungen vorlagen. Die mediane Zeit zwischen den Messungen betrug 1,4 Jahre. Auf Basis der initialen EF-Messung war bei 18% der Patienten eine HFpEF, bei 19% eine HFmrEF und bei 63% eine HFrEF diagnostiziert worden. 

Zunahme der EF bei jedem Fünften

Die Analyse der Messungen ergab insgesamt bei 1,027 Patienten  (21%) eine Zunahme der EF, bei 689 (14%) eine EF-Abnahme und bei 3,226 (65%) eine unveränderte EF. Von den Patienten mit initial diagnostizierter HFpEF hatten bei der zweiten Messung infolge EF-Abnahme 21% eine HFmrEF und 18% eine HFrEF. Von den Patienten, die initial eine HFmrEF aufwiesen, wechselten 37% in eine HFrEF und 25% in eine HFpEF. Bei zu Beginn bestehender HFrEF gab es in 16% der Fälle einen Übergang in eine HFmrEF und in 10% in eine HFpEF.

Somit war bei etwa einem Viertel aller Patienten mit HFrEF oder HFmrEF eine Zunahme der EF und bei mehr als einem Drittel aller Patienten mit HFpEF oder HFmrEF eine Abnahme der EF zu verzeichnen.

Als Prädiktoren für eine EF-Zunahme erwiesen sich unter anderen eine Behandlung mit ACE-Hemmern/AT1-Rezeptorantagonisten, weibliches Geschlecht und ein geringerer Schweregrad der Herzinsuffizienz. Prädiktiv für eine EF-Abnahme waren Charakteristika wie Diabetes, Koronarerkrankung und ein höherer Schweregrad der Herzinsuffizienz.

EF-Zunahme mit niedrigerem Risiko assoziiert

Eine EF-Zunahme als Zeichen für eine verbesserte kardiale Funktion war mit einem um 38% niedrigeren Risiko für Tod und/oder Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz assoziiert (Hazard Ratio [HR]: 0,62; 95% Konfidenzintervall [CI]: 0,55 – 0,69). Eine EF-Abnahme ging dagegen nicht überraschend mit einem höheren Risiko einher (HR: 1,15; 95% CI 1,01 – 1,30). Als prognostisch bedeutsam erwiesen sich dabei vor allem Wechsel in eine oder aus einer Herzinsuffizienz vom HFrEF-Typ. Im Fall von EF-Veränderungen, die Übergänge zwischen HFmrEF und  HFpEF zur Folge hatten, waren prognostische Implikationen dagegen weniger evident.

Literatur

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