Skip to main content
main-content

05.07.2017 | Herzinsuffizienz | Nachrichten

TOPCAT-Substudie

Körperliche Bewegung auch bei Herzinsuffizienz mit erhaltener EF von Vorteil

Autor:
Philipp Grätzel

Körperliche Bewegung reduziert kardiovaskuläre Ereignisse bei Gesunden, bei KHK-Patienten und bei Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz. In der TOPCAT-Studie schienen davon auch Patienten mit Herzinsuffizienz und erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) profitiert zu haben.

In der im Jahr 2014 publizierten TOPCAT-Studie hatte der Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist Spironolacton bei insgesamt 3.445 Patienten mit HFpEF über einen Zeitraum von 3,3 Jahren keinen statistisch signifikanten Effekt auf den primären, kombinierten kardiovaskulären Endpunkt gehabt. In der TOPCAT-Studie wurden aber auch einige andere Daten erhoben, die weitere Analysen der noch immer nicht gut charakterisierten Gruppe der HFpEF-Patienten erlauben.

Mehr Bewegung, weniger Ereignisse

Die aktuell im Fachblatt „Circulation“ publizierte Auswertung basiert auf einer Subgruppe von 1.751 Patienten, die zu Studienbeginn einen Fragebogen zur körperlichen Aktivität ausgefüllt hatten. Aufgrund der Selbstangaben wurden inaktive, mäßig aktive und aktive Patienten voneinander abgegrenzt, und die sportliche Aktivität dann – nach Berücksichtigung von Störgrößen – in einer multivariaten Analyse mit dem primären Endpunkt (kardiovaskulärer Tod, Krankenhauseinweisung wegen Herzinsuffizienz oder überlebter Herzstillstand) korreliert.

Dabei zeigte sich, dass sowohl die aktiven als auch die mäßig aktiven Patienten über einen mittleren Follow-up-Zeitraum von zwei Jahren signifikant weniger Endpunkteereignisse aufwiesen, und zwar jeweils rund die Hälfte. Auch wenn Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz und kardiovaskuläre Mortalität getrennt analysiert wurden, gab es statistisch signifikante Vorteile für die aktiveren Gruppen. Und die aktivsten Patienten hatten auch einen Vorteil bei der Gesamtmortalität.

Nun sind solche Auswertungen natürlich immer etwas fehlerbehaftet. Trotz multivariater Analyse kann es sein, dass die „gesünderen“ Patienten bei derartigen Studiendesigns selektiert werden. Allerdings gab es bereits vor sechs Jahren eine kleine, prospektive deutsche Studie zum Effekt körperlicher Aktivität bei HFpEF-Patienten.

An der Ex-DHF-Pilotstudie nahmen 64 Patienten teil, die entweder zu Ausdauertraining oder zu Standardversorgung randomisiert wurden. Nach drei Monaten hatten die trainierten Patienten nicht nur eine bessere Lebensqualität und eine höhere Belastbarkeit. Es gab auch Hinweise darauf, dass auf Vorhofebene günstige Remodelling-Prozesse abliefen, und dass die linksventrikuläre diastolische Funktion sich verbesserte.

Literatur

Das könnte Sie auch interessieren

Zurzeit meistgelesene Artikel

 

Highlights

Düsseldorfer Herz- und Gefäßtagung 2019

Expertenvorträge für Sie zusammengestellt: Auf der diesjährigen Düsseldorfer Herz- und Gefäßtagung haben renommierte Experten die neuesten Leitlinien, Studien und medizintechnischen Entwicklungen vorgestellt und die Kernaussagen kompakt für den Alltag in Klinik und Praxis zusammengefasst.

Expertenrückblick auf den ACC-Kongress – das Wichtigste im Überblick

Kann man ASS als Plättchenhemmer in Zukunft komplett weglassen? Muss jedem Patienten ab sofort eine TAVI angeboten werden? Und wo stehen wir in der kardialen Prävention? Eine Expertenrunde hat in Leipzig die neuesten Studien und viel diskutierte Themen des diesjährigen ACC-Kongresses kommentiert. Schauen Sie rein und bleiben Sie auf dem neuesten Stand.

Aus der Kardiothek

02.07.2019 | Quiz | Onlineartikel

Was ist die Ursache für die Lumenreduktion?

Koronarangiografie bei einem 63-jährigen Patienten. Augenscheinlich ist eine systolische Lumenreduktion des linken Hauptstamms. Was ist die Ursache?

16.04.2019 | Quiz | Onlineartikel

Patientin mit Fieber und Tachykardie – die Ursache verrät das Röntgenbild

Röntgenaufnahme des Thorax im Stehen bei einem 43 jährigen Patienten mit Fieber und Tachykardie. Was ist zu sehen?

Düsseldorfer Herz- und Gefäßtagung 2019

Expertenvorträge für Sie zusammengestellt: Auf der diesjährigen Düsseldorfer Herz- und Gefäßtagung haben renommierte Experten die neuesten Leitlinien, Studien und medizintechnischen Entwicklungen vorgestellt und die Kernaussagen kompakt für den Alltag in Klinik und Praxis zusammengefasst.

Kontroverser Fall: So kann man wiederkehrendes Vorhofflimmern auch behandeln

DGK Herztage 2018 - Interview Prof. Dr. Boris Schmidt

Ein Patient leidet an wiederkehrendem Vorhofflimmern. Das Team um Prof. Boris Schmidt entscheidet sich für eine ungewöhnliche Strategie: die Implantation eines endokardialen Watchmann-Okkluders, um den linken Vorhof zu isolieren. Das genaue Prozedere sehen Sie hier. 

Spezielle Katheterablations-Strategie bei ausgeprägtem Narbengewebe

Vortrag Prof. Dr. Thomas Deneke - Jahrestagung DGK 2018

Die ventrikuläre Tachykardie eines 54-jährigen Patienten mit zurückliegendem Hinterwandinfarkt soll mit einer Katheterablation beseitigt werden. Prof. Thomas Deneke entscheidet sich für eine unkonventionelle Strategie und erläutert wie das CT  in solchen Fällen helfen kann. 

Komplizierte Mehrgefäß-KHK bei einem jungen Patienten

Vortrag Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe Jahrestagung DGK 2018

Mehrere komplexe Stenosen bei einem 46-jährigen Patienten erfordern ein strategisch sinnvolles Vorgehen. Wofür sich das Team um PD Dr. Hans-Jörg Hippe vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Klinik entschieden hat, erfahren Sie in diesem Livecase. 

Bildnachweise