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08.12.2017 | Herzinsuffizienz | Nachrichten

MEDIT-AHF-Studie

Nach akuter Herzinsuffizienz: Ist mediterrane Ernährung von klinischem Nutzen?

Autor:
Peter Overbeck

Wird durch eine traditionelle mediterrane Ernährung („Mittelmeerdiät“) der klinische Verlauf nach dem Auftreten einer akuten Herzinsuffizienz günstig beeinflusst? Ja und nein: Das Sterberisiko bleibt anscheinend unverändert,  das Risiko für Klinikeinweisungen könnte sich verringern, legen Ergebnisse einer neuen Studie nahe.

Ob eine mediterran geprägte Ernährungsweise eingehalten wird oder nicht, scheint für das Sterberisiko von Patienten mit akuter Herzinsuffizienz ohne Bedeutung zu sein. Dagegen kann diese Art der Ernährung möglicherweise einigen Patienten zumindest lästige Klinikaufenthalte ersparen. Dafür sprechen Ergebnisse der aktuell publizierten MEDIT-AHF-Studie.

In diese prospektive Studie hat eine Gruppe spanischer Untersucher um Dr. Òscar Miró von der Universität Barcelona 991 relativ alte Patienten (mittleres Alter: 80 Jahre) aufgenommen, bei denen in Notaufnahmen von sieben Kliniken in Spanien eine akute Herzinsuffizienz festgestellt worden war. Vor der Studienteilnahme waren die Patienten oder ihre Verwandten gebeten worden, mithilfe eines 14 Punkte-Fragebogens detaillierte Auskunft über die Einhaltung bzw. Nicht-Einhaltung einer mediterranen Ernährungsweise zu geben. 

Je nach Punktescore wurden für die Studienteilnahme geeignete Herzinsuffizienz-Patienten dann in zwei Gruppen unterteilt, nämlich in eine, die sich vorwiegend mediterran ernährte („Adherence“-Gruppe, 52,9% der Teilnehmer) und eine, die entsprechenden Ernährungsregeln nicht folgte („Non-Adherence“-Gruppe, 47,1% der Teilnehmer).

Unterschied nur bei Hospitalisationen signifikant

Die mittlere Dauer der Nachbeobachtung betrug  2,1 Jahre. In dieser Zeit starben 569 Studienteilnehmer (57,4%). Die Analyse ergab keinen signifikanten Unterschied bezüglich der Mortalität  als primärem Endpunkt zwischen den Gruppen mit und ohne mediterraner Kost (Hazard Ratio 0,86, p=0,08).

Nach einem Jahr hatte die Mortalitätsrate  22.7%  betragen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren 24.5% aller Patienten erneut in einer Notaufnahme vorstellig geworden,  ohne dass jedoch eine stationäre Aufnahme erfolgte. Auch bezüglich dieser sekundären Endpunkte  bestanden keine signifikanten Unterschiede zwischen „adhärenten“ und „nicht adhärenten“ Patienten.

Bei 43.7%  aller Teilnehmer war innerhalb des ersten Jahres ein stationärer Klinikaufenthalt erforderlich. Im Hinblick auf diesen Endpunkt war das relative Risiko in der „Adherence“-Gruppe signifikant um 26% niedriger als in der “Non-Adherence“-Gruppe (HR 0.74, p=0.003). Auch nach Adjustierungen für Faktoren wie Alter, Hypertonie, pAVK oder Statin-Therapie blieb dieser Vorteil zugunsten der „adhärenten“ Patienten bestehen (HR 0,76).

Zu bedenken ist, dass die Studie auf relativ alte und kranke Patienten mit häufigen Begleiterkrankungen und einer hohen Mortalität fokussiert war. Nicht auszuschließen ist, dass eine mediterrane Ernährung bei jüngeren Patienten mit Herzinsuffizienz von größerem klinischen Nutzen ist. Die Autoren um Miró regen an, die spezifischen Auswirkungen einer solchen Ernährungsweise bei Herzinsuffizienz künftig in randomisierten kontrollierten Studien genauer zu untersuchen.

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