Nachrichten 05.12.2016

Nur intravenöses Eisen bessert die Belastbarkeit

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Eisenmangel kann nur die intravenöse Eisensubstitution die klinische Situation verbessern, nicht jedoch die orale. Dies demonstrierten zwei beim AHA-Kongress 2016 vorgestellte Studien.

Eisenmangel ist eine häufige Begleiterkrankung der Herzinsuffizienz, die körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität weiter einschränkt. Auch die Prognose verschlechtert sich, unabhängig davon, ob auch eine Anämie vorliegt.

Bisherige Studien (FAIR-HF, CONFIRM-HF) konnten zeigen, dass eine intravenöse Eisensubstitution bei Herzinsuffizienz Symptomatik, Belastbarkeit und Lebensqualität verbessert.

Die EFFECT-HF-Studie

In der nun vorgestellten EFFECT-HF-Studie war der Effekt einer intravenösen Eisensubstitution auf die maximale Sauerstoffaufnahme (peak VO2) untersucht worden, ein Parameter, der die Belastbarkeit besonders gut widerspiegelt und mit der Prognose bei Herzinsuffizienz korreliert, erläuterten die Autoren um Prof. Dirk Van Veldhuisen von der Universität Groningen beim Jahreskongress 2016 der American Heart Association in New Orleans.

An der prospektiven randomisierten Studie hatten 174 Patienten mit Herzinsuffizienz (durchschnittliche LVEF: 32 %) und Eisenmangel teilgenommen, deren durchschnittliche peak VO2 zu Beginn bei 13,4 ml/kg/min lag. Die Patienten wurden 24 Wochen lang entweder mit Eisencarboxymaltose oder der üblichen Standardtherapie behandelt.

Nach 24 Wochen hatten sich die Werte für Ferritin, Transferrin-Sättigung und Hämoglobin in der Gruppe mit i.v.-Eisensubstitution signifikant gegenüber der Kontrollgruppe verbessert.

Dies ging einer mit einem signifikanten Unterschied von knapp über 1 ml/kg/min in der maximalen Sauerstoffeinnahme einher. Die peak VO2-Werte hatten in der Kontrollgruppe abgenommen, waren aber in der Interventionsgruppe konstant geblieben. Neben der Belastbarkeit besserte sich auch die Symptomatik.

Vier Patienten der Kontrollgruppe verstarben, aber keiner in der Verumgruppe. Allerdings wurden Patienten der Eisensubstitutionsgruppe mit 27 vs. 13 Fällen deutlich häufiger hospitalisiert.

Die IRONOUT-HF-Studie

In der doppelblinden IRONOUT-HF-Studie war untersucht worden, ob die Auffüllung der Eisenspeicher bei Herzinsuffizienz auch einfacher und kostengünstiger mit einer oralen Eisensubstitution erfolgen kann. Zu diesem Zweck wurden 225 Patienten rekrutiert. Endpunkt war die peak VO2 nach 16 Wochen.

Doch leider funktionierte die oralen Eisensubstitution nicht. Die Eisenstoffwechselparameter besserten sich nur minimal. Dies hatte keinen positiven Einfluss auf die Belastbarkeit der Patienten.

Literatur

American Heart Association, Scientific Sessions 2016, New Orleans, 12.‒16. November 2016

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