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10.01.2018 | Herzinsuffizienz | Nachrichten

Prävention der Herzinsuffizienz

Selbst langjährige Sport-Muffel können ihr Herz verjüngen

Autor:
Veronika Schlimpert

Durch körperliches Training lässt sich die Entwicklung einer Herzschwäche aufhalten. Und selbst bei langjährigen "Coach-Potatoes" sind Alterungsprozesse am Herzen noch umkehrbar, wie eine randomisierte Studie deutlich macht.   

„Mehr Sport treiben“ ist einer der beliebtesten Vorsätze fürs Neue Jahr – und gehört zu den Vorsätzen, die meist nach kurzer Zeit wieder aufgegeben werden. Das Ergebnis einer randomisierten Studie sollte nun langjährigen Sport-Muffeln Motivation geben, diesen Vorsatz auch wirklich in die Tat umzusetzen. 

Durch Bewegungsarmut versteift die Herzwand

Bewegungsarmut führe im Laufe des Lebens zu einer zunehmenden Versteifung der linken Ventrikelwand, berichten die Studienautoren in der Fachzeitschrift „Circulation“. Und diese Veränderungen seien wahrscheinlich maßgeblich an der Entwicklung einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion beteiligt.

Wie sich in der aktuellen Untersuchung herausgestellt hat, lassen sich derartige Alterungsprozesse am Herzen durch körperliches Training offensichtlich nicht nur aufhalten, sondern teilweise auch wieder umkehren.

Teilgenommen haben 53 Erwachsene im mittleren Alter, die bisher nur gelegentlich Sport getrieben hatten, aber ansonsten gesund waren. 33 Probanden sollten in den nächsten zwei Jahren einem strikten individuell ausgerichteten Trainingsplan folgen, der vorschrieb an vier oder mehr Tagen mindestens 30 Minuten lang ein moderates bis intensives Bewegungsprogramm zu absolvieren. Die anderen Teilnehmer wurden angehalten, dreimal pro Woche Yoga oder Balancetraining durchzuführen (Kontrolle).

Hartes Training wirkt sich aus

Nach zwei Jahren hat die linksventrikuläre Steifigkeit bei den Teilnehmern, die das strukturierte Training absolviert hatten, deutlich abgenommen; gemessen anhand der diastolischen Druck-Volumen-Beziehung (linksventrikuläre Steifigkeitskonstante sank von 0,072 auf 0,051; p=0,0018). Bei den Kontrollpersonen dagegen blieb dieser Parameter unverändert. Ebenso stieg das linksventrikuläre enddiastolische Volumen signifikant unter dem Training an, wohingegen der Lungenkapillaren-Verschlussdruck unverändert blieb. Nach zwei Jahren Training war somit auch – nicht überraschend – ein Anstieg des Schlagvolumens zu verzeichnen.

Ebenso verbesserte sich die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) in der Trainingsgruppe um 18% (von 29,0 auf 34,4 mL/kg/min), in der Kontrollgruppe tat sich diesbezüglich gar nichts.

Erstaunlich war die gute Adhärenz der Teilnehmer. 88% hatten das Trainingsprogramm über zwei Jahre lang durchgezogen. 

Strukturiertes Training als Prävention

Die Studienautoren schließen daraus, dass ein optimiertes Bewegungsprogramm einschließlich eines moderaten und hochintensiven Trainings eine effektive Strategie darstellen könnte, die durch Bewegungsarmut in Gang gesetzte Alterungsprozesse am Herzen wieder umzukehren. Ein solches Training solle möglichst noch bei Erwachsenen im mittleren Alter begonnen werden, da in dieser Lebensphase die altersbedingte Versteifung des Myokards noch reversibel und die Adhärenz ähnlich gut sei wie bei jüngeren.

Das hochintensive Intervalltraining bestand aus 4 Minuten maximaler Belastung (90 bis 95% der maximalen Herzfrequenz) gefolgt von einer 3-minütigen Erholungsphase, mit jeweils vier Wiederholungen.  Die Trainingsintensität, -dauer und -häufigkeit wurde über die Zeit langsam gesteigert.

Die Studienteilnehmer hatten sich freiwillig gemeldet, waren motiviert und auch dazu in der Lage, ein solches Training durchzuhalten.

Fraglich ist jedoch, ob auch der  „Otto Normalverbraucher“ im Arbeitsalltag dazu in der Lage ist.

Literatur

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