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12.02.2017 | Herzklappenfehler | Nachrichten

Vorbild Mitralklappe

Interventionelle Reparatur der Trikuspidalklappe

Autor:
Prof. Dr. med. Ilka Ott

Bei hochgradiger primärer Trikuspidalklappeninsuffizienz kann der katheterbasierte Klappeneinsatz eine Therapieoption sein.

Während die schwere Trikuspidalklappeninsuffizienz erheblich zur Morbidität und schlechter Prognose bei Patienten mit Herzinsuffizienz beiträgt, ist die isolierte chirurgische Reparatur von der Trikuspidalklappe verbunden mit einer hohen Mortalität. Die perkutane Trikuspidalklappenreparatur könnte zur Lösung dieses Dilemmas beitragen.

Einige vor kurzem veröffentlichte Berichte zeigten die Machbarkeit der perkutanen Trikuspidalklappenbehandlung mit dem MitraClip®-System (Abbott Vascular, Santa Clara, CA, USA). Dabei handelte es sich überwiegend um sekundäre Trikuspidalklappeninsuffizienzen, die auf einer ventrikulären Erweiterung, Ringdilatation und Verlust der Koaptation beruhen. In einer Fallbeschreibung unserer Arbeitsgruppe am Deutschen Herzzentrum München wurde die erfolgreiche Behandlung einer primären Trikuspidalinsuffizienz mit MitraClip®-System beschrieben (Eur Heart J, 2016 Oct 2).

Keine Dekompensation mehr und deutliche klinische Besserung

Bei einer 84-jährigen Patientin mit rezidivierender Rechtsherzinsuffizienz zeigte sich bei der transösphagealen Echokardiografie ein Prolaps des posterioren Trikuspidalklappensegels als ursächlich für die schwere Trikuspidalklappeninsuffizienz. Nach Implantation eines MitraClip® zwischen anteriorem und posteriorem Segel an der Stelle des Prolapses wurde die hochgradige Trikuspidalklappeninsuffizienz auf einen geringeren Grad reduziert. Klinisch zeigte die Patientin eine deutliche Besserung und es kam bis zu 6 Monate nach Einsatz des MitraClip®-Systems zu keiner kardialen Dekompensation mehr.

Perkutane Intervention bei insuffizienter Trikuspidalklappe

Dieser Fall gibt einen weiteren Hinweis darauf, dass die perkutane Trikuspidalklappenreparatur mit dem MitraClip®-System durchführbar und effektiv ist und als Behandlungsoption für symptomatische Patienten mit hohem Risiko infrage kommen könnte. Weitere Fallstudien mit den derzeit verfügbaren Systemen sowie Vergleiche mit anderen interventionellen Techniken müssen zeigen, ob die perkutane Trikuspidalklappenreparatur eine mögliche Therapieoption für diese Zielgruppe sein kann.