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18.11.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Qualitätsstandards im Hospital

Herzstillstand: Leitlinienadhärenz verbessert Überlebenschancen

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Die Überlebenschancen eines Patienten mit Herzstillstand im Krankenhaus steigen signifikant, je mehr sich das Krankenhaus bei der Reanimation an die Leitlinien hält.

Wenn ein Patient im Krankenhaus einen Herzstillstand erleidet, sind seine Überlebenschancen zwar deutlich besser als bei einem Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses, aber dennoch nicht wirklich gut: Nur etwa 20% der betroffenen Patienten verlassen das Krankenhaus lebendig.

Diese Rate variiert erheblich zwischen Krankenhäusern. Eine Autorengruppe um Dr. Monique L. Anderson von der Duke School of Medicine in Durham, North Carolina, ist nun in einer großen Studie der Frage nachgegangen, ob Qualitätsstandards des Krankenhauses bei der Reanimation tatsächlich zu besseren Resultaten führen.

Die „Get with the Guidelines Resuscitation”-Leitlinien

Die Qualitätsstandards bei der Wiederbelebung definiert in den USA das „Get with the Guidelines Resuscitation“-Programm der American Heart Association. Die Autoren haben in 447 US-amerikanischen Krankenhäusern, welche an diesem Programm partizipieren, das Vorgehen bei knapp 150.000 Reanimationen daraufhin analysiert, wie gut jeweils sechs von den Leitlinien vorgegebene Standards eingehalten wurden.

Dazu bildeten sie einen Qualitäts-Score, ermittelten diesen für jedes Krankenhaus, teilten die Krankenhäuser aufgrund des Scores in vier Quartile und ermittelten die Überlebensraten der Patienten in diesen Quartilen.

Erhebliche Unterschiede zwischen Krankenhäusern

Krankenhäuser, die zu den 25% mit der besten Performance zählten, hielten sich im Schnitt zu 88% an die Leitlinien. Krankenhäuser im Schlussviertel wandten nur 71% der empfohlenen Maßnahmen an.

Tatsächlich hing das Patientenschicksal davon ab, wie gut sich die Klinik an die Reanimations-Leitlinien hielt: In den 25% der Krankenhäuser mit dem höchsten Score überlebten 19,8% der Patienten, in den 25% der Krankenhäuser mit dem niedrigsten Score nur 16,7% der Patienten.

Klare Korrelation zwischen Qualitätsstandards und Überleben

Als Regel ließ sich ableiten, dass die Überlebensraten des Patienten jeweils um 18% anstiegen, wenn das Krankenhaus im Qualitätsscore um 10% zulegte. Dies galt in allen Subgruppen unabhängig davon, ob der Herzstillstand durch ein Rhythmusstörung oder durch ein Asystolie verursacht war. Fazit: Die Qualität der evidenzbasierten Reanimation variiert erheblich zwischen Krankenhäusern und korreliert direkt mit dem Patientenschicksal.

Literatur

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