Skip to main content
main-content

16.01.2019 | Hypertonie | Nachrichten

Hypertonietherapie

Renale Denervation scheint auch Herzfrequenz nachhaltig zu senken

Autor:
Philipp Grätzel

Eine jetzt publizierte Nachanalyse der SPYRAL HTN-OFF MED Studie zeigt, dass drei Monate nach der Intervention nicht nur der Blutdruck, sondern auch die Herzfrequenz deutlich geringer ist als bei Patienten mit Sham-Intervention.

Die randomisierte, shamkontrollierte SPYRAL HTN-OFF MED Studie war eine Proof-of-Concept-Studie zur renalen Denervation bei achtzig nicht-medikamentös behandelten, hypertensiven Patienten mit einem mittleren ambulant gemessenen systolischen Blutdruck zwischen 140 und 170 mmHg. Wie mehrfach berichtet, konnte in dieser Studie der Blutdruck im 3-Monats-Follow-up in der 24-Stunden-Messung um 5,5/4,8 mmHg gesenkt werden – signifikant mehr als bei Sham-Intervention. Derzeit läuft quasi als Fortsetzung die SPYRAL HTN Pivotal Studie mit über 400 Patienten in Europa, den USA, Australien und Japan.

Für die aktuelle Veröffentlichung haben Prof. Michael Böhm vom Universitätsklinikum des Saarlands und Kollegen jetzt als Post-hoc-Auswertung den Effekt der Intervention auf die Herzfrequenz analysiert. Hierbei zeigte sich, dass die Herzfrequenz in der Interventionsgruppe um im Mittel 2,5 Schläge pro Minute abnahm, in der Kontrollgruppe dagegen nur um 0,2 Schläge pro Minute. Auch das war wie beim Blutdruck ein signifikanter Unterschied (p = 0,003). Die durchschnittliche Herzfrequenz am Morgen lag sogar um 4,4 Schläge pro Minute niedriger.

„Die renale Sympathikusmodulation reduziert also nicht nur den Blutdruck, sondern verringert auch eine erhöhte Herzfrequenz, die ebenfalls mit kardiovaskulären Komplikationen wie Tod, Schlaganfall und Herzinsuffizienz assoziiert ist“, so Studienleiter Böhm gegenüber Kardiologie.org zu den klinischen Implikationen der Analyse.

Interessant dabei ist unter anderem, dass die Blutdrucksenkung durch die Denervation bei jenen Patienten deutlich ausgeprägter ausfiel, die mit ihrer Herzfrequenz zu Studienbeginn über dem Median – 73 ,5 Schläge pro Minute – lagen. Bei diesen Patienten senkte die Intervention den Blutdruck im Mittel um 10,7/7,5 mmHg (p = 0,001), während die Blutdrucksenkung bei Patienten mit initial niedrigerer Herzfrequenz nicht signifikant war. Die Herzfrequenz könnte daher dazu genutzt werden, Patienten zu selektieren, die besonders von einer Denervation profitierten, so die Autoren.

Literatur

Weiterführende Themen