Nachrichten 17.01.2020

Skilangläufer haben seltener Bluthochdruck

Teilnehmer eines Skimarathons hatten im Vergleich zu Nicht-Skiläufern signifikant niedrigere Blutdruckwerte. Das Erstaunliche war: Je besser die Sportler abschnitten, desto geringer war die Hypertonie-Inzidenz.

Der sogenannte Vasalauf ist mit Distanzen bis zu 90 Kilometern der längste Skimarathon der Welt, bei dem jedes Jahr in Schweden ambitionierte Langläufer gegeneinander antreten. Schwedische Forscher wollten wissen, inwiefern sich dies auf das Bluthochdruckrisiko der Sportler auswirkt. Dafür verglichen sie das Auftreten von Hypertonie bei fast 207.000 Teilnehmern des Rennens und fast 506.000 Nicht-Skiläufern mit ansonsten ähnlichen Merkmalen.

Sportler hatten um 41% niedrigere Hypertonie-Inzidenz

Ihr Ergebnis: Die Skiläufer hatten im Vergleich zur Kontrollgruppe über einen Zeitraum von acht Jahren eine um 41% geringere Inzidenz von Bluthochdruck. Von den Nicht-Skiläufern entwickelten etwa 70.000 Bluthochdruck, während es bei den Sportlern nur rund 15.000 waren.

Je schneller die Teilnehmer den Skimarathon absolvierten, desto seltener hatten sie erhöhte Blutdruckwerte. Bei dem schnellsten Fünftel war die Inzidenz um 59% geringer als bei den Nicht-Skiläufern, während sie bei dem langsamsten Fünftel lediglich um 22% niedriger war. Diese Assoziation war nahezu linear und unterschied sich nicht nach Geschlechtern.

Die Assoziation zwischen der Anzahl der absolvierten Rennen und der Inzidenz von Hypertonie war dagegen schwächer. Bei der Teilnahme an einem einzigen Rennen war die Inzidenz um 37% geringer als bei der Kontrollgruppe, während sie bei fünf absolvierten Rennen um 49% niedriger war. Eine Subanalyse von rund 11.000 Teilnehmern, adjustiert auf Lebensstilfaktoren, zeigte ähnliche Ergebnisse.

Als Maß für die Schnelligkeit eines Skiläufers wurde dessen Bestleistung während des Studienzeitraums herangezogen. Als Hypertonie definierten die Forscher um Dr. Kasper Andersen von der Universität Uppsala in Schweden, wenn einem Teilnehmer blutdrucksenkende Medikamente verschrieben wurden. Die Daten erhielten sie aus dem nationalen Arzneimittelregister. Die Ergebnisse wurden hinsichtlich Geschlecht, Alter, Bildung und Einkommen angepasst. Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 39 Jahren.

Veränderungen im Nervensystem sind eine mögliche Ursache

Die Studie liefert einen weiteren Hinweis darauf, dass intensives Ausdauertraining mit positiven Effekten auf das Gefäßsystem assoziiert ist. Wenn die beobachteten Assoziationen auf einem kausalen Zusammenhang beruhen, spricht die Studie dafür, dass körperliche Fitness vor Bluthochdruck und damit vor einem früheren Tod schützen kann.

Laut der Autoren ist der durch Ausdauertraining verminderte Gefäßwiderstand wahrscheinlich hauptsächlich für den niedrigeren Blutdruck der Skilangläufer verantwortlich. Ursachen dieses Effekts könnten unter anderem eine reduzierte Plasmarenin- und Noradrenalinaktivität und Veränderungen des sympathischen Nervensystems sein.

Literatur

Andersen K et al. Long-Distance Skiing and Incidence of Hypertension: A Cohort Study of 206889 Participants in a Long-Distance Cross-Country Skiing Event. Circulation 2020. 

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Bildnachweise
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Corona/© Naeblys / Getty images / iStock
Thorax-CT/© S. Achenbach (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen)
Kardio-MRT (Late Gadolinium Enhancement)/© Stephan Achenbach, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen
BNK-Webinar/© BNK | Kardiologie.org