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17.09.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Kardioprotektion?

Hypothermie bei STEMI: Kaltes Herz nicht besser geschützt

Autor:
Peter Overbeck

Auch eine neue Variante der Hypothermie-Behandlung half geschädigten Herzen nicht, einen akuten Myokardinfarkt besser zu überstehen. Zur Körperkühlung nutzten die Untersucher in diesem Fall das Prinzip der Peritoneallavage.

Die bisherigen in Studien unternommenen Versuche, durch kontrollierte milde Senkung der Körperkerntemperatur beim akuten ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI) eine kardioprotektive Wirkung – sprich: eine Reduktion der Infarktgröße – zu erzielen, verliefen eher enttäuschend.

Rasche Temperatursenkung angestrebt

In der VELOCITY-Studie ist dieser innovative Therapieansatz nun erneut getestet worden – diesmal mit einer neuen Variante der Körperkühlung, von der man sich – das Studienakronym lässt grüßen – eine besonders rasche Absenkung der Körperkerntemperatur auf 34,9 Grad noch vor der Revaskularisation erhoffte.

Ermöglichen sollte dies eine nach dem Prinzip der Peritoneallavage vorgenommene Körperkühlung, bei der über einen Peritonealkatheter 2,5 bis 4,5 Liter entsprechend temperierte Ringerlösung in den Bauchraum infundiert wurden.
Für die randomisierte Studie sind an sieben Zentren in den USA und in Kanada 54 Patienten mit akutem STEMI rekrutiert worden. Sie gelangten entweder auf direktem Weg zur Revaskularisation in ein Herzkatheterlabor oder wurden zuvor noch einer Hypothermie-Behandlung mithilfe eines automatischen Peritoneallavage-Systems unterzogen.

Keine Reduktion der Infarktgröße

Die Behandlung war insofern erfolgreich, als die angestrebte Absenkung der Körpertemperatur vor der Revaskularisation praktisch in allen Fällen erreicht werden konnte, ohne dass sich die perkutane Koronarintervention dadurch wesentlich verzögerte.
Ansonsten kann aber auch diese Studie die Erwartungen nicht erfüllen. Die drei bis fünf Tage nach Infarktbeginn mittels Kardio-MRT vorgenommenen Messungen der Infarktgröße ergaben für diesen Endpunkt keinen signifikanten Unterschied zwischen Hypothermie- und Kontrollgruppe, berichtete Studienleiter Dr. Gregg W. Stone vom Columbia University Medical Center beim Kongress TCT 2014 in Washington.

Mehr Komplikationen

Die Hypothermie-Behandlung war darüber hinaus im Vergleich mit einer deutlichen Zunahme von klinischen Komplikationen – darunter auch Stentthrombosen – assoziiert (0 versus 6 Ereignisse).

Literatur

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