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13.04.2014 | Onlineartikel

Jeder zweite betroffen

ICD-assoziierte Komplikationen bei Langzeitträgern

Autor:
Dr. med. Fritz W. Horlbeck

Vor 34 Jahren kam erstmals ein implantierbarer Kardioverter/Defibrillator (ICD) zum Einsatz. Die jährlichen ICD-Implantationszahlen sind weiterhin hoch. Gleichzeitig wird die Gruppe der Langzeit-ICD-Träger zunehmend relevant. In der vorliegenden Studie wurde die Langzeitwahrscheinlichkeit von ICD-assoziierten Komplikationen über einen Zeitraum von zwölf Jahren untersucht.

Inadäquate Schockabgaben und Sondendefekte

Wir untersuchten 980 Patienten (61±13 Jahre, Ejektionsfrakton 38±14%, Follow-up 58±51 Monate) mit 1502 ICDs, die zwischen 1989 und 2011 implantiert wurden. Sämtliche mit dem ICD zusammenhängende Komplikationen (z.B. Sondendefekte, inadäquate Schockabgaben, Infektionen etc.) in den zwölf Jahren nach der Implantation des ersten Geräts wurden registriert und mit Kaplan-Meier-Analysen ausgewertet. Beim Vergleich der Häufigkeiten von Sondendefekten und inadäquaten Schockabgaben wurden Schockabgaben, die aufgrund eines Sondendefekts auftraten, als letztere gewertet.

Komplikationen bei jedem zweiten Patienten

Während der ersten zwölf Jahre erlebten mehr als die Hälfte (54,3%) der Kohorte mindestens eine ICD-assoziierte Komplikation (Abb. 1). Inadäquate Schockabgaben waren für 43% dieser Ereignisse verantwortlich und Sondendefekte für weitere 33%. Die mittlere jährliche Komplikationsrate lag bei 5,9%. Die Rate an Komplikationen war im ersten Jahr deutlich erhöht (12,5%; Abb. 1).

Ein Vergleich der Auftretenswahrscheinlichkeit über den Zeitraum zeigt eine Veränderung in der Zusammensetzung der Komplikationen. In den ersten zwölf Monaten waren über 50% der Komplikationen auf inadäquate Schockabgaben zurückzuführen und nur 22% waren sondenassoziiert.

Späte Komplikationen (Auftreten später als sechs Jahre nach der Implantation) waren hingegen größtenteils durch Sondendefekte (51%) und seltener durch inadäquate Schockabgaben (22%) bedingt.

Fazit: ICD-Therapie langfristig sicher

Die ICD-Therapie ist auch über einen Zeitraum von zwölf Jahren vergleichbar sicher wie in den ersten Jahren nach der Implantation. Der Hauptgrund für Komplikationen wechselt allerdings von inadäquaten Schocks hin zu einem höheren Anteil an Sondendefekten.

Literatur