Onlineartikel 01.02.2020

Im Spotlight: Dr. Jakob Ledwoch

kardiologie.org: Sie sind ja an der München Klinik Neuperlach tätig. Was machen Sie da genau?

Dr. Jakob Ledwoch: Intensivmedizin und interventionelle Kardiologie. Wissenschaftlich kümmere ich mich um strukturelle Herzerkrankungen und Herzinsuffizienz.

Dr. Jakob Ledwoch © DGK 

Wollten Sie schon immer Kardiologe werden und was waren Ihre Beweggründe?

Medizin hat mich schon immer interessiert und fasziniert. Die Entscheidung für Kardiologie fiel letztlich in den Physiologie-Seminaren. Es gab keine andere Disziplin, die einer so klaren Logik folgte!

Was fasziniert Sie an der Kardiologie?

Ähnlich zur Chirurgie kann man den Menschen oftmals mit einem einzigen Eingriff sehr helfen. Auf der anderen Seite gibt es in bestimmten Bereichen wie bei der Herzinsuffizienz noch riesiges Entwicklungspotenzial in der Behandlung. Die Kombination aus bereits vorhandenen sehr effektiven Therapien auf der einen Seite und viel Raum für Innovation auf der anderen Seite macht die Kardiologie so faszinierend.

Was ist Ihre Aufgabe im Nukleus der YoungDGK und was fasziniert Sie an der Arbeit dort?

Ich bin verantwortlich für unseren Web-Auftritt, den YoungDGK Stand auf den Jahrestagungen in Mannheim. Aufgrund der vielen Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten sowie der Unterstützung der DGK selbst können wir mit unserer Sektion tatsächlich viel für die jungen Kollegen erreichen. Von eigenen Fortbildungskursen über selbst gestaltete Sessions auf den DGK Tagungen bis hin zu Stipendien und Mitgestaltung unserer Weiterbildungsordnung haben wir mittlerweile die Möglichkeit, viel zu bewegen.

Welche besonderen Formate bietet die Young DGK in Ihren Sessions auf dem Kongress an?

Herausgreifen möchte ich aus unserem Angebot insbesondere zwei Session-Formate. In „Gut zu wissen – junge Kardiologie diskutiert“ wird ein bestimmtes Thema zunächst von einem angehenden Kardiologen präsentiert, ehe es dann von einem erfahrenen Kollegen diskutiert und in einen größeren Kontext gesetzt wird. Dadurch werden verschiedene Sichtweisen vermittelt und es entsteht so eine sehr abwechslungsreiche Darstellung der Inhalte. Zum anderen bieten wir seit letztem Jahr eine eHealth Session an. Ich denke, die Young DGK ist prädestiniert, die schnelllebigen Entwicklungen und neuen Technologien rund um die Digitalisierung der Kardiologie aufzuzeigen.

Seit letztem Jahr gibt es auch einen YoungDGK Stand. Was wird dort geboten?

Wir wollen damit in erster Linie den angehenden Kardiologen die Möglichkeit geben, uns näher kennenzulernen und zu erfahren, welche Angebote wir für den einzelnen anbieten.  

Natürlich bieten wir dadurch auch eine Plattform, gegenseitig in Kontakt zu treten. Darüberhinaus helfen wir bei der Orientierung auf dem Kongress, geben Tipps über interessante und besonders für junge Kollegen passende Sessions und organisieren mittlerweile seit einigen Jahren auch „Meet the Expert Talks“.

Was hat Sie bewogen, „Meet the Expert Talks“ einzuführen, und was machen Sie da genau?

Es ist eine fast einmalige Gelegenheit, sich in kleiner Runde mit verschiedenen Größen der Kardiologie über verschiedene Themen wie Karriereplanung und Weiterbildung zu unterhalten. Sehr reizvoll ist diese Veranstaltung deshalb, weil sie sehr interaktiv abläuft und man die Möglichkeit hat, direkt Fragen an die jeweiligen Experten zu stellen. Die Tipps und Tricks, die man dort erhält, sind meiner Meinung nach unschätzbar und haben schon so manchen Aha-Effekt erzeugt!

Wie können sich die anderen Mitglieder der Young DGK aktiv beim Kongress einbringen?

Es gibt hierfür verschiedene Möglichkeiten. Besonderes reizvoll ist sicherlich die Möglichkeit neben einem erfahren Kollegen als zusätzlicher Vorsitzender eine Poster-Session zu moderieren. Ich kann nur jeden motivieren, sich hier aktiv einzubringen! Eine E-Mail mit Aufruf zur Bewerbung folgt noch im Vorfeld der Jahrestagung im Frühling.

Die Young DGK macht ja also sehr viel für junge Kollegen. Was ist denn Ihre persönliche Empfehlung für einen Arzt in der Weiterbildung?

Eine der wichtigsten Aspekte ist für sich zu definieren, wo man am Ende seiner Weiterbildung stehen möchte. Viele junge Kollegen arbeiten darauf los und haben keine Vorstellung, in welche Richtung sie gehen wollen. Das ist am Anfang der Karriere natürlich in Ordnung. Im weiteren Verlauf sollte man aber einen Plan entwickeln, was man wie erreichen möchte. So kann man seine Ressourcen optimal einsetzen und die persönlichen Ziele werden wahrscheinlicher erreicht. Hier sollte man sich ruhig von erfahreneren Kollegen beraten lassen. Gerne können wir von der YoungDGK bei Fragen zu diesem Punkt auch weiterhelfen. 

Und zuletzt: Was gefällt Ihnen an Ihrem Job in der Kardiologie besonders?

Die Vielfalt! Mir fällt kein anderes Fach ein, in dem so multimodal gearbeitet wird. Invasive Angiographie, perkutane Intervention, CT, MRT, Echokardiographie, Ablation, EKG, Schrittmachertherapie... Die Liste ist nahezu endlos!

Bildnachweise
Jakob Ledwoch/© DGK