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Impact-Faktor 15,2 für European Heart Journal

Das European Heart Journal belegt mit einem Impact-Faktor von 15,2 weltweit Platz 2 der kardiovaskulären Publikationen und steht damit noch vor Circulation.

Das European Heart Journal wurde 1980 von der European Society of Cardiology (ESC) mit Desmond Julian als Herausgeber ins Leben gerufen. Ohne Impact-Faktor entwickelte sich die Zeitschrift nur langsam gegen die starke amerikanische Konkurrenz, gewann aber dank der Bemühungen seiner nachfolgenden Herausgeber Henry E. Kulbertus, Kim Fox und Franz van de Werf an Einfluss. Als die heutigen Herausgeber (s. Foto) Ende 2008 das European Heart Journal übernehmen durften, hatte sich das Journal zu einer angesehenen Zeitschrift mit einem Impact-Faktor von 8,9 entwickelt. Trotz allem lag es weit hinter seinen amerikanischen Konkurrenten Circulation und Journal of the American College of  Cardiology zurück. 


Eine innovative Strategie

Unser Ziel war es das European Heart Journal zu einer globalen Zeitschrift zu entwickeln. Entsprechend wurden Deputy Editors und Associate Editors aus Amerika, Kanada, Asien, Australien und Afrika nominiert und das Editorial Board durch bekannte Kardiologen aus der ganzen Welt ergänzt. Diese Strategie hat zu einer beeindruckenden Zunahme von Manuskripteinreichungen von einigen Hundert in den 80er-Jahren auf heute rund 3.500 jährlich geführt. 

Die ESC Journal Family

Mit dem European Heart Journal entwickelten sich auch die Zeitschriften der Spezialgebiete. Beginnend mit Europace wurde von der European Society of Cardiology eine wachsende Anzahl weiterer Spezialzeitschriften gegründet. Heute umfasst die ESC Journal Family 13 Titel sowie das Flaggschiff unserer chirurgischen Kollegen, das European Journal of Thoracic and Cardiovascular Surgery. 


Eine steigende Anzahl von Einreichungen wird nun vom European Heart Journal zu den Spezialzeitschriften transferiert. Interessanterweise werden gerade solche Manuskripte besonders häufig zitiert. In der Tat sind viele beachtenswerte Manuskripte besser für

eine Veröffentlichung in einer Spezialzeitschrift geeignet, wo sie die Leser erreichen, welche sich für technische Aspekte, seltenere Patientenpopulationen oder Hypothesen-generierende Ergebnisse interessieren. Letztes Jahr wurden 219 Manuskripte transferiert und schließlich 56 in den Spezialzeitschriften veröffentlicht. 

Einfluss und Impact

Wissenschaftliche Zeitschriften spielten und spielen eine große Rolle für den Fortschritt der Medizin. Verschiedentlich wurde versucht, die Qualität und Bedeutung wissenschaftlicher Zeitschriften zu bestimmen. Sicher steht die wissenschaftliche Qualität zuoberst. Der Peer-Review-Prozess versucht, die Qualität von Manuskripten durch Gutachter zu verbessern. Dazu braucht es kompetente Herausgeber und Experten – idealerweise drei oder mehr Reviewer – um konstruktive Kommentare zu den eingereichten Manuskripten zu generieren. Obgleich nicht perfekt, hat das Peer-Review-System die Qualität von Publikationen gesteigert, insbesondere wenn auch eine Begutachtung der angewandten Statistik erfolgt. Die Herausgeber haben dies durch Berufung eines Statistik-Editors, der über ein Team von Experten verfügt, sichergestellt. In der Vergangenheit war die Auflage einer Zeitschrift ein Maßstab ihres Impacts. Im Zeitalter des Internets sind es die Downloads, welche das Interesse der Leser widerspiegeln. Wir sind stolz, dass im Jahre 2014 nahezu 6 Millionen Artikel heruntergeladen wurden. Zudem hat die Anzahl von Institutionen, welche das European Heart Journal abonnieren, um ein Viertel zugenommen. Was Downloads für Kliniker, sind Zitationen für Forscher. Während Erstere den Einfluss einer Zeitschrift ausmachen, sind Letztere ein Maßstab ihrer Wirkung auf den wissenschaftlichen Fortschritt. Nur Ergebnisse, welche zitiert werden, beeinflussen den Erkenntnisprozess. Der meist verwendete Index ist der Impact-Faktor, welcher die mittlere Zitationsrate durch indexierte Publikationen wider gibt, die während der letzten 2 Jahre veröffentlicht wurden, geteilt durch die Anzahl zitierbarer Artikel. Zitierbare Einheiten sind Originalartikel und Übersichtsarbeiten, aber nicht Editorials, Current Opinions oder Briefe an den Herausgeber.

Impact-Faktor verdoppelt

Dieses Jahr erhielt das European Heart Journal von Thomson Reuters einen Impact-Faktor von 15,2. (Abb. 2)


Damit hat die Zeitschrift innerhalb von 6 Jahren seinen Impact-Faktor nahezu verdoppelt, und erstmals die angesehene amerikanische Zeitschrift Circulation überholt. Interessanterweise ist der Abstand zum noch führenden Titel Journal of the American College of
Cardiology geringer, wenn Selbstzitationen ausgeklammert werden.
Amerikanische Autoren zitieren leider vornehmlich amerikanische Arbeiten, was die Wahrnehmung führender europäischer Journale schmälert. Dank den Unterstützern Solch ein Erfolg war nur mit einem motivierten Editorial Team, hervorragenden Herausgebern sowie kompetenten und hingebungsvollen Gutachtern möglich. Mit diesem Beitrag möchten wir allen danken, die dazu beigetragen haben, insbesondere den Associate Editors und Gutachtern aus Deutschland wie Helmut Baumgartner, Stephanie Dimmeler, Volkmar Falk, Tommaso Gori, Christian Hamm, Gerd Heusch, Gerd Hindricks, Ulf Landmesser, Thomas Münzel und Udo Sechtem, sowie vielen anderen mehr.

Fast Track & Brief Communication

Wir brauchen die hervorragende deutsche Forschung, um die Zeitschrift weiter zu entwickeln und hoffen auf die Einreichung bester Arbeiten. Insbesondere möchten wir darauf hinweisen, dass das European Heart Journal als einzige Zeitschrift eine „FAST TRACK Submission“ aufweist, in welcher Manuskripte innerhalb von 7 Tagen beurteilt werden. Ebenfalls haben wir neu die Sektion „Brief Communication“ eingeführt, um interessante und innovative Beobachtungen zu veröffentlichen, welche noch nicht mechanistisch erklärt werden können und in erster Linie die Forschung stimulieren sollen.
Vielen Dank für die Unterstützung durch deutsche Leser, Kardiologen und Forscher! Wir bauen in Zukunft noch mehr auf Ihre Hilfe, um das European Heart Journal zur führenden Zeitschrift der Herz- und Kreislaufmedizin weltweit zu entwickeln.