Skip to main content
main-content

28.06.2016 | Nachrichten | Onlineartikel

Pilotstudie

Implantierbarer Herzmonitor der zweiten Generation präzise und zuverlässig

Autor:
Veronika Schlimpert

Die zweite Generation eines Herzmonitors zeichnete sich in einer Pilotstudie durch eine schnelle und einfache Durchführbarkeit aus und wies eine gute Wahrnehmungsqualität und zuverlässige Datenübertragung auf.

Bisher unentdecktes Vorhofflimmern oder andere Herzrhythmusstörungen als mögliche Ursachen für „kryptogene“ Schlaganfälle oder Synkopen lassen sich heutzutage mithilfe implantierbarer Herzmonitore aufspüren. Diese sogenannten Event-Recorder können über Jahre die Herzaktionen via EKG-Aufzeichnungen kontinuierlich erfassen und damit auch asymptomatische Arrhythmie-Episoden detektieren. 

Ein Beispiel für einen solchen Herzmonitor ist der mittlerweile in der zweiten Generation verfügbare BioMonitor von Biotronik. Der BioMonitor 2™ verfügt über eine schnelle Einführhilfe und eine flexible Antenne, mit der sich das Device besser positionieren lässt. 

Erste „In-Human“-Erfahrungen einer Pilotstudie mit diesem Event-Recorder stellte Dr. Sze Yuan Ooi vom Prince of Wales Hospital in Randwick (Australien) im Rahmen einer Postersitzung auf dem Kongress Cardiostim in Nizza vor.

Prozedur in weniger als zehn Minuten 

An fünf australischen Kliniken wurde 30 Patienten der 88 mm lange und 15 mm breite Herzmonitor subkutan in den Brustbereich implantiert; bei jeweils 13 Personen lag als Indikation eine Herzrhythmusstörung bzw. eine Synkope vor, bei drei Teilnehmern waren Palpitationen und bei einer Person ein kryptogener Schlaganfall der Grund für die Device-Implantation. 

Die mittlere Zeit vom ersten Hautschnitt bis zur finalen Positionierung des Devices betrug 2,5 Minuten, die gesamte Prozedur vom ersten Hautschnitt bis zur letzten Naht dauerte neun Minuten. Das Device lasse sich somit schnell und einfach einführen, kommentierte Ooi dieses Ergebnis. Die Schnelleinführhilfe bewerteten die behandelten Ärzte in 100% der Fälle als „gut“ oder „akzeptabel“. 

Die mittlere R-Wellen-Amplitude bei Insertion betrug 0,7 mV und blieb über den Follow-up-Zeitraum von einem Monat stabil. Im Schnitt wurden nach einer Woche in 1,3% der Datenübertragungen Störgeräuschen registriert, der Herzmonitor war dann also nicht fähig, den Herzrhythmus zu detektieren; nach einem Monat wurden solche Störungen in 2,3% der Fälle registriert.

Übertragungsqualität fast 100%

Die telemedizinische Übertragung der EKG-Aufzeichnungen an den behandelten Arzt per BIOTRONIK Home Monitoring™ war bei allen Patienten erfolgreich, in 73% fand die erste Übermittlung bereits am Tag der Implantation statt, bei den verbleibenden Teilnehmern geschah diese ein Tag (7 Personen) bzw. sechs Tage (1 Person) später. 

Insgesamt war die Übertragungsqualität mit einer Rate von 93,8% (913 Meldungen an 973 Tagen) sehr gut.
Die Ergebnisse der BioMonitor 2-Pilotstudie bestätigen den Nutzen der Einführhilfe, die exzellente Wahrnehmungsqualität sowie die zuverlässige Signalübertragung, lautet das Fazit Oois.  

Literatur

Das könnte Sie auch interessieren

07.05.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Wildwuchs beim Aufspüren von Vorhofflimmern