Online-Artikel 11.06.2020

Interview Prof. Dr. Lars Maier

Interview mit dem Rubrikenherausgeber Prof. Dr. med. Lars S. Maier, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Regensburg.

© Prof. Dr. Lars Maier

Warum sind Sie Kardiologe geworden?

Nun, mich hat das Fach im Rahmen meiner Doktorarbeit fasziniert, zu der mich ein guter Freund gebracht hat. Mein Betreuer (Prof. Pieske) und mein Doktorvater (Prof. Hasenfuß) waren früh Vorbilder und zugleich Mentoren über mehrere Jahre. Kardiologie ist auch die perfekte Mischung meiner ganz frühen Berufswünsche Sportarzt, Pfarrer und Lehrer.

Was fasziniert Sie am Thema „Heart Failure und Intensivmedizin“?

Herzinsuffizienz ist seit langem mein primäres Forschungsgebiet, aber auch klinisch steht die Behandlung dieser z.T. schwer erkrankten Patienten im Vordergrund meiner Arbeit. Nicht zuletzt aufgrund meines Wechsels 2014 nach Regensburg mit einer ausgewiesenen exzellenten internistischen Intensivmedizin (u.a. zertifiziertes ECMO-Zentrum der ELSO) ist die Intensivmedizin ein zentraler Bestandteil einer modernen internistischen Medizin insgesamt und meiner eigene Arbeit.

Die drei wichtigsten Neuerungen aus dem Bereich der „Heart Failure und Intensivmedizin“?

  • Forstschritte in der medikamentösen Therapie der Herzinsuffizienz (und Verhinderung vieler Intensivtherapien bzw. Herztransplantationen)
  • Fortschritte in der interventionelle Klappentherapie und ECMO Therapie
  • Aufwertung der Intensivmedizin durch strukturelle Vorgaben (Intensivmediziner sind nämlich keine „gescheiterten“ Kardiologen, die nicht kathetern können!)

Wie stehen Sie zu neuen Technologien in der Kardiologie wie z.B. der Smart Watch?

Eine sinnvolle Ergänzung zu unserer kardiologischen Routinediagnostik - und mehr als ein „Spielzeug“. Sie wird aber in keiner Weise unsere Langzeit EKG Untersuchungen ersetzen!

Welche großen Herausforderungen sehen Sie in der Zukunft im Bereich der  „Heart Failure und Intensivmedizin“?

Es muss eine weitere Aufwertung dieses Bereichs erfolgen, da auch die kontinuierliche Betreuung schwerkranker Patienten mit Herzinsuffizienz im stationären und ambulanten Setting wichtig und prognostisch sinnvoll ist!

Was würden Sie einem jungen Kardiologen für seinen ersten Nachtdienst empfehlen?

Ein Stethoskop, ein gutes Buch in der Kitteltasche, einen erfahrenen Kliniker, den er im Notfall anrufen kann – und eine Prise Gottvertrauen!

Was war Ihr schönstes Erlebnis in Ihrem Arztalltag?

Als universitärer Arzt der täglich spannende Wechsel von Patientenbehandlung inklusive Interventionen, Forschung und Lehre!

Was war für Sie die größte Herausforderung als Arzt?

Nicht nur jedem einzelnen Patienten auf Station und in der Ambulanz täglich gerecht zu werden bei enger Zeittaktung, sondern auch im Zeitalter der DRGs stets primär an das Wohl des Patienten zu denken – unabhängig von ökonomischen Rahmenbedingungen und Prozedurzahlen.

Sind Kardiologen anders als andere Fachärzte?

Nun, sie sind nicht nur mit Herz dabei, sondern immer auch am Herzen tätig! Das Herz ist einfach das spannendste und wichtigste Organ zugleich.

Was gefällt Ihnen an Kardiologie.org ?

Die aktuellen, gut gemachten Beiträge engagierter Kolleginnen und Kollegen. Aber auch die gute Zugänglichkeit der Website!