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31.05.2017 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Pleiotrope Medikamenteneffekte

Bremsen Statine das kardiale Remodelling?

Autor:
Philipp Grätzel

Statinen wurden und werden immer wieder Effekte unterstellt, die über die reine LDL-Senkung hinausgehen. Eine bei der EuroCMR-Konferenz in Prag vorgestellte Kardio-MRT-Studie deutet darauf hin, dass Statine günstig auf die Struktur der Herzmuskulatur wirken könnten.

Bei der von dem Kardiologen Dr. Nay Aung vom William Harvey Research Institute der University of London vorgestellten Untersuchung handelte es sich um eine bevölkerungsbasierte Biobank-Studie, für die 4.622 Teilnehmer der UK Biobank ohne bekannte kardiovaskuläre Erkrankung ausgewählt wurden. Bei allen analysierten Teilnehmern waren Kardio-MRT-Untersuchungen vorgenommen worden, sodass die Volumina des linken und rechten Ventrikels und die linksventrikuläre Masse ermittelt werden konnten.

Aus Patientenakten und Fragebögen wurden außerdem Informationen über eine Einnahme von Statinen extrahiert. Insgesamt 17 % der (nicht herzkranken) Studienteilnehmer nahmen demnach Statine als Dauertherapie ein. Jene Probanden, die Statine einnahmen, wurden bezüglich Struktur und Funktion der Herzen mit Studienteilnehmern ohne Statineinnahme verglichen. Dabei wurde natürlich versucht, zu adjustieren, und zwar unter anderem im Hinblick auf ethnischen Hintergrund, Geschlecht, Alter und Body Mass Index.

Unterschied bei der linksventrikulären Masse

Aung zufolge zeigte sich, dass Personen mit Statintherapie nach Adjustierung eine um 2,4 % niedrigere linksventrikuläre Masse und auch kleinere links- und rechtsventrikuläre Volumina aufwiesen. „Probanden, die Statine einnahmen, hatten seltener eine linksventrikuläre Hypertrophie und seltener vergrößerte Herzkammern“, so Aung. Beides seien wichtige Prädiktoren für Herzinfarkte, Herzinsuffizienz und Schlaganfall.

Aung spekuliert vor diesem Hintergrund, ob Statine auf dem Weg über einen günstigen Effekt auf das kardiale Remodelling auch unabhängig von ihrem LDL-Effekt das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse senken könnten. Bei dem gewählten Studiendesign ist das natürlich bis zu einem gewissen Grad hypothetisch. Der Kardiologe betonte aber, dass eine statinbedingte Verringerung des oxidativen Stresses und/oder eine statinbedingte Hemmung geweblicher Wachstumsfaktoren als mögliche Erklärungsansätze für einen Statineffekt auf das kardiale Remodelling in Frage kämen.

Literatur

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