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06.11.2018 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Lebensstil

Das müssen KHK-Patienten tun, um ihr Leben zu verlängern

Autor:
Veronika Schlimpert

KHK-Patienten ist oft nicht bewusst, wie stark ihre Überlebenschancen von ihrem Lebensstil abhängen. Dabei können sie durch ihr eigenes Verhalten viel erreichen, wie sich in einer Studie einmal mehr gezeigt hat. 

Je mehr desto besser – diese Devise sollten sich KHK-Patienten zu Herzen nehmen, wenn es um die Einhaltung von Lebensstilmaßnahmen geht. In einer Analyse der COURAGE-Studie stellte sich nämlich heraus, dass jene Patienten, die die beste Risikofaktorenkontrolle aufwiesen, auch die besten Überlebenschancen hatten.

Überraschend ist dieser Befund sicherlich nicht. Doch die Dimension der Risikosenkung, die durch eigenes Verhalten zu erreichen ist, ist durchaus beeindruckend. Zumal die Bedeutung von Lebensstilmaßnahmen neben der Pharmakotherapie in der Sekundärprävention häufig unterschätzt werde, kommentiert die Kardiologin Dr. Vera Bittner die Ergebnisse in einem Editorial – und zwar sowohl von den Patienten als auch von den Ärzten.

Je mehr desto besser

Die in der aktuellen Analyse definierten Präventionsziele waren ein LDL-C-Wert von < 85 mg/dl, ein Blutdruck von < 130/85 mmHg, ein BMI < 25 kg/m², die Patienten sollten nicht rauchen, sich mindestens 150 Minuten in der Woche körperlich betätigen und sich nach der American Heart Association Diät 2 ernähren, also weniger als 7% des täglichen Energiebedarfs über gesättigte Fettsäuren und weniger als 200 mg/Tag Cholesterin über die Ernährung zuführen. 

Schafften die Patienten alle sechs Vorgaben im darauffolgenden Jahr einzuhalten, war ihr Sterberisiko um 73% niedriger als das von Patienten, die keines dieser Ziele oder nur eines davon erreicht haben; entsprechend 8% vs. 36% waren während des 6,8-jährigen Beobachtungszeitraums verstorben. Allerdings erreichte nur ein Bruchteil – nämlich 3% – der insgesamt 2.102 Probanden, die in dieser Analyse eingegangen sind, eine vollständige Risikofaktorenkontrolle.

Fast die Hälfte der Patienten (48%) schaffte zumindest vier Präventionsziele einzuhalten, ihr Sterberisiko war in der multivariaten Analyse um 36% geringer.

Das meiste kann der Patient selbst erreichen

Als wichtigste Garanten für ein langes Leben stellten sich Nichtrauchen, regelmäßige körperliche Bewegung, gesunde Ernährung und ein Blutdruck von < 130 mmHg heraus. Bis auf die Blutdruckkontrolle sind das alles Faktoren, die die Patienten allein durch ihr Verhalten beeinflussen können.  

Die Gabe spezifischer Medikamente war in der aktuellen Studie mit keinem Überlebensvorteil assoziiert, wobei man diesen Befund Bittner zufolge mit Vorsicht interpretieren sollte. „Der Einfluss der medikamentöse Therapie auf das Langzeitüberleben wird in dieser Kohorte wahrscheinlich unterschätzt“, schreibt sie dazu. Denn die Prävalenz einer medikamentösen Therapie (z. B. Statine) war sehr hoch, ebenso könnten Störfaktoren und die Adjustierung auf Variablen, die im direkten Zusammenhang mit der Medikation stehen, eine Erklärung für die fehlende Assoziation sein. Beispielsweise erhalten viele Patienten mit unkontrolliertem Hypertonus als Reaktion darauf Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Systems. Dies könnte erklären, warum die Gabe dieser Substanzklasse nicht mit dem Erreichen des Blutdruckziels und damit auch nicht mit einer besseren Überlebenschance assoziiert  war.

Literatur

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