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11.11.2016 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Gefäßstützen der 3. Generation

Drug-eluting Stents: Was bringen bioresorbierbare Polymere?

Autor:
Veronika Schlimpert

Die Entwicklung Medikamenten-beschichteter Stents schreitet voran. Ob neue DES im Vergleich zu den bewährten effektiver und sicherer sind, wird derzeit noch untersucht. Für einen neuen Hybrid-DES mit biodegradierbarer Polymer-Beschichtung fiel dieser Vergleich eher ernüchternd aus.

Die Einführung von Medikamenten-beschichteten Stents (Drug-eluting Stent, DES) hat die Behandlung von Koronarstenosen weiter verbessert. Im Vergleich zu Metallstents gehen die DES mit einer geringeren Rate an Restenosen und erneuten Zielgefäßrevaskularisationen nach Koronarinterventionen einher.

Doch im Langzeitverlauf vermehrt vorkommende späte und sehr späte Stentthrombosen trübten anfänglich den Erfolg der ersten DES-Generation. Mit der zweiten DES-Generation, die hinsichtlich der Strentstrebendicke, des Wirkstoffs und der Polymerbeschichtung weiter entwickelt wurde, ließen sich diese Komplikationen deutlich minimieren. 

Dritte DES-Generation soll Langzeitergebnisse weiter verbessern

Eine weitere Verbesserung der Effektivität und Sicherheit im Langzeitverlauf erhofft man sich von der nunmehr dritten Generation der DES. Die Einführung bioresorbierbarer Polymere erscheint vielen hier als der nächste logische Schritt.

Mit diesen sich langsam auflösenden Beschichtungen soll der Heilungsprozess in den Koronarien beschleunigt, Entzündungsprozesse nach Stentimplantation gering gehalten und Hypersensitivitätsreaktionen auf permanenten Polymer-Beschichtungen umgegangen werden.

Ein Beispiel für einen solchen DES ist der Hybrid-Stent Orsiro von Biotronik. Neben der mit Sirolimus-beschichteten bioresorbierbaren Polymer-Matrix zeichnet sich dieser durch sehr dünnen Streben (60 µm) aus. 

Bioresorbierbar versus permanente Polymer-Beschichtung

Ob eine solche abbaubare Beschichtung das Potenzial hat, die PCI-Ergebnisse weiter zu optimieren, wurde in der PRISION V-Studie untersucht. Die Studie war darauf ausgelegt, die Nichtunterlegenheit des Orsiro-Stents gegenüber dem Everolismus-freisetzenden Xience-Stents von Abbott Vascular zu belegen; dieser weit verbreitete DES der zweiten Generation weist eine permanente Polymerbeschichtung und eine Strebendicke von 81 µm auf. 330 Patienten bekamen nach erfolgreicher Rekanalisation einer chronisch komplett verschlossenen Koronararterie entweder den Orsiro- oder den Xience-Stent implantiert. Die Ergebnisse wurden auch beim TCT-Kongress 2016 vorgestellt.

Primärer Endpunkt verfehlt

Nach neun Monaten verfehlte der bioresorbierbare DES den primären Endpunkt: die Nichtunterlegenheit bzgl. des angiografisch gemessenen In-Segment-Lumenverlustes (0,13 +/– 0,63 vs. 0,02 +/– 0,47 mm, p für Nichtunterlegenheit = 0,11). Der In-Stent-Lumenverlust fiel bei beiden Stenttypen vergleichbar aus (0,12 +/– 0,59 vs. 0,07 +/– 0,46 mm; p=0,52). 

Mit dem DES der neueren Generation kam es allerdings häufiger zu In-Stent- und In-Segment-Restenosen (8,0 vs. 2,1%); die Wiederverschlussrate unterschied sich hingegen nicht (2,2 vs. 1,4%).

Klinisches Outcome

Auch waren zwölf Monate nach der Implantation des bioresorbierbaren DES tendenziell mehr erneute Zielgefäßrevaskularisation („target lesion revasularization, TLR) von Nöten (9,2 vs. 4,0%). Ansonsten fielen die klinischen Ergebnisse mit beiden Stenttypen ähnlich aus: In jeweils einem Fall kam es zu einer Stentthrombose und Herzinfarkt, schwere kardiale Ereignissen (MACE) traten bei entsprechend 9,9 und 5,3% der Patienten auf, kardialbedingte Todesfälle waren mit je einem und zwei Fällen ebenfalls selten und in beiden Gruppen verringerten sich die Angina pectoris-Beschwerden in einem ähnlichen Ausmaß. Generell erwiesen sich also beide Stenttypen als effektiv und sicher. 

Allerdings habe diese Studie nicht die Power für einen Vergleich klinischer Endpunkte, geben die Studienautoren zu bedenken. 

Literatur

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