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07.06.2019 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Umfangreiche Analyse

Frühgeborene: Erhöhtes Risiko für ischämische Herzkrankheit im Erwachsenenalter

Autor:
Joana Schmidt

Frühchen haben ein erhöhtes Risiko für ischämische Herzkrankheit im späteren Leben. Das legt eine große schwedische Studie nahe. Forscher empfehlen langfristige Nachsorge und frühzeitige Prävention bei diesen Patienten.

Babys, die in der 37. bis 38. Schwangerschaftswoche auf die Welt kamen, hatten ein um 19% erhöhtes Risiko für ischämische Herzerkrankungen im Alter von 30 bis 43 Jahren, bei vor der 37. Woche Geborenen war es sogar um 53% erhöht.

Die Forscher um Dr. Casey Crump von der Icahn School of Medicine an der Mount Sinai Klinik in New York analysierten die Daten von mehr als 2 Millionen Menschen. Sie stellten fest, dass zu früh geborene Mädchen ein höheres relatives Risiko für ischämische Herzkrankheit hatten als männliche Frühchen (Hazard Ratio 1.93 gegenüber 1.37), obwohl Frauen insgesamt eine niedrige Inzidenz dafür aufwiesen als Männer. Die Ergebnisse schienen nicht mit genetischen Faktoren oder gemeinsamen Umweltbedingungen zusammenzuhängen.

Nachsorge und Prävention ist bei Frühgeborenen wichtig

Die Arbeitsgruppe befürwortete langfristige Nachsorge- und frühzeitige Präventionsmaßnahmen, um das Risiko der zu früh geborenen Kinder für Herzerkrankungen im Erwachsenenalter zu senken. Ein gesunder Lebensstil sei für diese Menschen noch wichtiger als für zum normalen Zeitpunkt Geborene, sagt Dr. Anne Monique Nuyt von der Universität Montreal in einem Begleitkommentar. Obwohl zu früh Geborene ein erhöhtes Risiko für Diabetes und Bluthochdruck aufwiesen, sei in den amerikanischen und europäischen Leitlinien keine Empfehlung für ein entsprechendes Screening für diese Patienten zu finden. Nach Ansicht der Autoren seien weitere Untersuchungen notwendig.

Ärzte, die Erwachsene behandeln, sollten nach der Geburtsgeschichte fragen, um diese Risikogruppe zu identifizieren, empfehlen die Autoren des Kommentars. So können sie den Frühgeborenen helfen, gesunde Gewohnheiten zu entwickeln, um Herzerkrankungen vorzubeugen.

Von mehr als 2 Millionen Kindern über ein Fünftel zu früh geboren

Die Daten für die Studie stammten aus dem schwedischen Geburtenregister und umfassten 2.141.709 Personen, die zwischen 1973 und 1994 in Schweden geboren wurden. 463.120 Babys kamen zu früh auf die Welt, 1.479.457 zum normalen Zeitpunkt und 199.132 später als geplant. 48,6% waren weiblich und 1921 Personen (0,9%) erhielten als junge Erwachsene die Diagnose ischämische Herzkrankheit. Die Zusammenhänge zwischen der Erkrankung und dem Zeitpunkt der Geburt wurden mithilfe von Cox-Regression berechnet. Durch eine Verwandschaftsanalyse wurden mögliche Störungen durch gemeinsame Umwelt- oder genetische Faktoren untersucht.

Literatur

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