Skip to main content
main-content

19.04.2017 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

DGK-Jahrestagung

Herz-CT: Stellenwert in der KHK-Diagnostik wird zunehmen

Autor:
Peter Overbeck

Die kardiale Computertomografie (CT) wird künftig weiter an Bedeutung in der Früherkennung von Kalkablagerungen und der Untersuchung von Koronargefäßen gewinnen, prognostiziert Prof. Hugo Katus aus Heidelberg.

Die kardiale Computertomografie ist in den zurückliegenden Jahrzehnten technisch erheblich verbessert worden. So konnte etwa die damit verbundene Strahlenexposition für die Patienten deutlich reduziert werden. Die verbesserte räumliche Auflösung erlaubt inzwischen eine präzise Darstellung auch von kleinen Strukturen in den Koronararterien.

Häufigste Anwendung findet die kardiale CT derzeit als CT-Koronarangiografie (CCTA). Gegenüber der invasiven Koronarangiografie hat sie den Vorteil, dass es sich um ein nicht invasives diagnostisches Verfahren handelt, betonte DGK-Präsident Katus auf der Eröffnungs-Pressekonferenz zur DGK-Jahrestagung 2017 in Mannheim.

Aufgrund der präzisen Darstellung der Koronaranatomie erreicht die CCTA eine hohe Sensitivität und einen hohen negativen prädiktiven Wert. Somit lasse sich mit diesem Verfahren eine koronare Herzerkrankung mit hoher Präzision ausschließen, berichtete Katus. Dank des hohen negativen prädiktiven Wertes der CCTA sei keine invasive Herzkatheteruntersuchung mehr notwendig. In den europäischen Leitlinien wird die Anwendung der CCTA bei Patienten mit einer relativ niedrigen Prätestwahrscheinlichkeit für eine KHK empfohlen.

CT-Untersuchungen sind in aller Regel Sache der Radiologen. Die Indikationsstellung zum Herz-CT und die Interpretation der Befunde erforderten allerdings kardiologischen Sachverstand, betonte Katus. Somit sei eine enge Kooperation beider Fachrichtungen gefordert.

In Großbritannien hat das National Institute for Clinical Excellence (NICE), dessen Empfehlungen einen hohen Stellenwert im staatlichen britischen Gesundheitswesen haben, die CCTA kürzlich deutlich aufgewertet. Sie hat nun den Rang der KHK-Erstliniendiagnostik. Sie soll demnach zur Anwendung kommen, wenn klinisch typische oder auch untypische Angina pectoris-Symptome bestehen oder wenn bei klinisch eher nicht kardialen Beschwerden Angina pectoris-typische EKG-Veränderungen gefunden werden, also (nicht infarkttypische) Veränderungen von ST-Strecke oder T-Welle beziehungsweise Q-Zacken.

Bezogen auf Deutschland erteilte Katus einer solchen Aufwertung der CCTA allerdings derzeit eine klare Absage.

Literatur

Zurzeit meistgelesene Artikel

Highlights

14.08.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Highlights | Video

Welcher Betablocker für welchen Patienten?

Betablocker kommen bei unterschiedlichsten Erkrankungen zum Einsatz. Welche Substanzen Sie wann und wie einsetzen sollten, erläutert Prof. Wilhelm Haverkamp.

09.08.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Highlights | Video

Welche Bedeutung Digitalis heute noch hat – zwischen Fakten und Fake News

Digitalis steht im Verdacht, das Sterberisiko zu erhöhen. Für Prof. Johann Bauersachs sind das "Fake News". Warum die Therapie heute noch eine Berechtigung hat, erklärt er in diesem Vortrag.

Aus der Kardiothek

17.08.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Expertenvorträge | Video

Neue Antiarrhythmika: Was Sie über Dronedaron wissen sollten

Das Antiarrhythmikum Dronedaron wurde heiß ersehnt. Nach der Markteinführung folgte Ernüchterung. Prof. Joachim Ehrlich  diskutiert den heutigen Stellenwert des Medikaments.

17.08.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Expertenvorträge | Video

Katheterablation - wie Sie gute Ergebnisse erzielen

Komplett und kontinuierlich sollten die Läsionen bei einer Pulmonalvenenisolation sein. Die technischen und prozeduralen Feinheiten einer Katheterablation erläutert PD Dr. Dong-In Shin.

14.08.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Highlights | Video

Welcher Betablocker für welchen Patienten?

Betablocker kommen bei unterschiedlichsten Erkrankungen zum Einsatz. Welche Substanzen Sie wann und wie einsetzen sollten, erläutert Prof. Wilhelm Haverkamp.

Komplizierte Mehrgefäß-KHK bei einem jungen Patienten

Vortrag Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe Jahrestagung DGK 2018

Mehrere komplexe Stenosen bei einem 46-jährigen Patienten erfordern ein strategisch sinnvolles Vorgehen. Wofür sich das Team um PD Dr. Hans-Jörg Hippe vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Klinik entschieden hat, erfahren Sie in diesem Livecase. 

Interventioneller Verschluss eines Atriumseptumdefekts

Vortrag Prof. Dr. Horst Sievert Jahrestagung DGK 2018

Bei einem 56-jährigen Patienten wird zufällig ein Atriumseptumdefekt festgestellt.  Prof. Horst Sievert und sein Team vom St. Katharinen-Krankenhaus in Frankfurt entscheiden sich für einen interventionellen Verschluss. Sie finden dabei ein weiteres Loch. Was ist zu tun? Für welches Device sich das Team entscheidet und wie sie genau vorgehen, erfahren Sie in diesem Video. 

29-jähriger Patient mit wiederkehrender Rhythmusstörung

Anspruchsvolle Katheterablation einer links gelegenen Leitungsbahn

Live Case 2017 Stents und mehr - AGIK trifft EACPI

Ein 29-jähriger Patient mit Wolff-Parkinson-White-Syndrom leidet an erneuten supraventrikulären Tachykardien. Die erste Katheterablation war schon anspruchsvoll. Prof. Helmut Pürerfellner,  Dr. Livio Bertagnolli und Dr. Philipp Sommer aus Leipzig machen sich auf die  Suche nach der Leitungsbahn.

Bildnachweise