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17.01.2018 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Eckdaten zur Koronaren Herzerkrankung in Deutschland

Herzbericht 2017: KHK-Sterblichkeit nimmt erstmals wieder zu, Infarktsterblichkeit sinkt weiter

Autor:
Philipp Grätzel

Zum ersten Mal seit Jahren sterben in Deutschland wieder mehr Menschen an koronarer Herzerkrankung, während gleichzeitig die Infarktsterblichkeit weiter sinkt. Experten betonen mit Blick auf die KHK-Zahlen die Bedeutung einer effektiven Prävention.

Jahrzehntelang gab es in Deutschland bei den Statistiken zur Sterblichkeit an ischämischen Herzkrankheiten nur eine Richtung: Von kleinen Ausreißern abgesehen ging sie seit Mitte der 90er Jahre nach unten. Betrug die altersstandardisierte Sterbeziffer der ischämischen Herzerkrankung im Jahr 1995 noch knapp 225 pro 100.000 Einwohner, erreichte sie im Jahr 2014 ein Langzeit-Tief von 140 pro 100.000 Einwohner.

Damit ist vorerst Schluss. Der jetzt vorgelegte Deutsche Herzbericht 2017 der Deutschen Herzstiftung zeigt, dass die Sterbeziffer im Jahr 2015 auf knapp 144 angestiegen ist. Möglicherweise sei damit ein Plateau erreicht, sagte der Vorsitzende der Herzstiftung, Prof. Dr. Thomas Meinertz aus Hamburg in Berlin: „Ich denke, wir sind in Diagnostik und Therapie an einem Punkt angekommen, wo wir eine dramatische Senkung der Mortalität kurzfristig nicht mehr erwarten können.“

„Defizite bei der Prävention“

Soll mehr erreicht werden, dann sei nicht zuletzt die Erwachsenenprävention gefordert, so Meinertz: „Hier gibt es in Deutschland offensichtliche Defizite.“ So nehme der Anteil der Raucher kaum ab, beziehungsweise wenn, dann nur in den höheren Bildungsschichten. Ähnliches gilt für die körperliche Aktivität, bei der es zumindest was die niedrigeren und mittleren Bildungsschichten angehe, keinen Trend nach oben gebe.

Anders als bei den ischämischen Herzerkrankungen insgesamt sieht es beim akuten Myokardinfarkt aus. Auch hier gibt es einen klaren Langzeittrend: Die altersstandardisierte Sterbeziffer sank von über 140 pro 100.000 in den frühen 90er Jahren auf 56,2 im Jahr 2014. Der Herzbericht zeigt, dass dieser Wert im Jahr 2015 gehalten beziehungswiese nochmals leicht unterboten werden konnte. Die Sterbeziffer beträgt jetzt 56, und der leichte Rückgang betraf sowohl Männer als auch Frauen.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Prof. Dr. Hugo Katus vom Universitätsklinikum Heidelberg, führte die anhaltend günstige Entwicklung bei der Myokardinfarktsterblichkeit auf mehrere Faktoren zurück: „Die Entwicklung hat zu tun mit einer besseren Rettungskette, mit besseren Abläufen in den Krankenhäusern, mit einer effektiveren medikamentösen Behandlung, aber auch mit dem konsequenteren Einsatz akuter Katheterinterventionen.“ 

Literatur

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