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19.07.2019 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Gegen den Herzschmerz

Hilft Humortraining Patienten mit Angina pectoris?

Autor:
Dr. Susanne Kressenstein

Der Leidensdruck von Patienten mit therapierefraktärer Angina pectoris ist hoch. In einem etwas ungewöhnlichen Therapieansatz erhielten Patienten mit Erfolg ein professionelles strukturiertes Humortraining, das unter anderem von dem bekannten Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen begleitet wurde.

Nur Sekunden, Minuten oder auch länger – Schmerzen in der Herzgegend werden von Patienten als sehr bedrohlich und belastend empfunden. Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) leiden häufig beträchtlich unter den Symptomen einer Angina pectoris, die sich nicht medikamentös behandeln lassen.

Humor hilft, Stress besser zu bewältigen

Eine kleinere Studie mit 33 Frauen und 2 Männern mit stabiler KHK verfolgte eine neue Strategie und unterzog sie einem Humor-Trainingskonzept. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei rund 65 Jahren. Das Programm wurde von einem Neurologen, einem Psychotherapeuten und einem Humor-Coach, einem Klinik-Clown begleitet.

Die Teilnehmer sollten dabei ihren eigenen Humor entdecken und das Lachen (wieder) erlernen. Ziel war es, Strategien zu entwickeln, Humor in schwierigen Lebenssituationen anzuwenden, um damit stressreiche Phasen besser bewältigen zu können. Inhaltlich wurden neben dem Erläutern der Definition von Humor zahlreiche Witze erzählt und immer wieder erklärt, wie Humor genau in Stress-Situationen helfen kann.

Über sieben Wochen hinweg wurden die Probanden begleitet. Zuvor und danach wurden ein Belastungs-EKG und eine Haarsegmentanalyse zur Bestimmung von Kortisol durchgeführt. Außerdem erhielten die Teilnehmer vorher und nach den sieben Wochen den Beck-Depressions-Inventar-Fragebogen und den State-Trait-Heiterkeits-Inventar-Fragebogen.

Kortisolwerte sanken deutlich

Was letzteren Fragebogen betrifft, zeigte sich vor und nach dem Training eine signifikante Verbesserung der Erheiterbarkeit von 23,3 auf 27,5. Auch bei der Beantwortung der Fragen des Beck-Depressions-Inventars zeigte sich eine klare Verbesserung der Stimmung von 14,6 auf 11,0. Die Haaranalyse ergab bei denjenigen, die vor dem Training erhöhte Kortisolwerte aufwiesen, eine signifikant reduzierte Konzentration an Kortisol von 6,54 auf 3,64 pg/ml.

Diese neue Behandlungsoption nimmt Patienten offensichtlich die Angst vor den Symptomen der therapierefraktären Angina pectoris – und das völlig ohne unerwünschte Begleiterscheinungen.  

Literatur

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