Online-Artikel 07.12.2015

Implantation von zwei bioresorbierbaren DESolve-Scaffolds

Bei einem 57-jährigen Patient mit koronarer Dreigefäßerkrankung soll die langstreckige Stenose im ersten Marginalast interventionell behandelt werden. Kardiologen des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier entscheiden sich für eine Zwei-Stent-Strategie mit bioresorbierbaren Scaffolds vom Typ DESolve. Näheres zum Vorgehen bei diesem Stenttyp erfahren Sie in den folgenden Videomitschnitten.

Langstreckige M1-Stenose erfordert Zwei-Stent-Strategie

Implantation DESolve-Scaffold - Video 1

Ein 57-jähriger Patient mit koronarer Dreigefäßerkrankung verspürt seit zwei bis drei Jahren eine stabile Angina pectoris. Als familiäre Disposition bestehen eine familiäre Hypercholesterinämie, Diabestes mellitus Typ 2 und eine arterielle Hypertonie.
Der Ramus interventricularis anterior (LAD) samt des ersten Diagonalastes wurde bereits mit einer perkutanen transluminalen Koronarangioplastie behandelt.
Heute soll die langstreckige Stenose im ersten Marginalast mit einem bioresorbierbaren Scaffold vom Typs DESolve behandelt werden. In der Angiografie ist die Ausdehnung der Stenose gut zu erkennen. Aufgrund der Länge der M1-Stenose von 36 mm entscheiden sich die beiden Kardiologen Dr. Karl Eugen Hauptmann und Dr. Michael Lauterbach vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier, bei diesem Patienten zwei Stents zu implantieren.

Serielle Vordilatation mit Non-Compliant-Ballon

Implantation DESolve-Scaffold - Video 2

Nun beginnt die Vordilatation der Stenose mit einem 2,5 mm-Non-Compliant-Ballon. Um die Läsion für die Implantation des DESolve-Stents vorzubereiten, ist eine optimale Vordehnung notwendig. Daher entscheiden sich die Kardiologen für eine weitere Vordilatation mit einem zweiten, größeren 3,0 mm-Non-Compliant(NC-)Ballon.
Während der Läsionsvorbereitung werden über die Vorteile der Zwei-Stent-Strategie und des NC- gegenüber dem Semicompliant-Ballons diskutiert.

Größenauswahl der Scaffolds

Implantation DESolve-Scaffold - Video 3

In der optischen Kohärenztomografie (OCT) werden die Gefäßdurchmesser bestimmt, um die optimale Größe der Stents festzulegen. Bei Scaffolds vom Typ DESolve wird empfohlen, mindestens einen Durchmesser, der dem Gefäßdurchmesser entspricht, oder sogar einen etwas größeren Durchmesser zu wählen. Aufgrund des distalen Referenzdiameters von circa 2,5 mm und des proximalen Diameters von 3,00 mm fällt die Entscheidung, distal einen 2,5 mm-Scaffold mit einer Länge von 18 mm und proximal ein 3,0 × 18,0 mm-Scaffold zu implantieren.

Implantationsstrategie bei zwei DESolve-Scaffolds

Implantation DESolve-Scaffold - Video 4

Nun folgt die Implantation der beiden bioresorbierbaren Scaffolds mit stufenweiser Steigerung des Implantationsdrucks auf maximal 18 bar. Die beiden Stents werden dabei so platziert, dass die beiden Markerpellets übereinander liegen, wodurch eine Überlappung von circa 1 mm erreicht wird. Diskutiert wird dabei über die Implantationsstrategie: Im Falle der DESolve-Scaffolds sind sowohl das Marker-to-Marker- als auch das Edge-to-Edge-Konzept vertretbar.

Nachdilatation wegen bestehenden Gefäßspasmus

Implantation DESolve-Scaffold - Video 5

Das nicht ganz optimale Implantationsergebnis u. a. aufgrund eines bestehenden Spasmus in der distalen Gefäßregion erfordert eine Nachdilatation mit einem 3,0 mm-NC-Ballon und intrakoronarer Gabe von Nitroglycerin. In der Angiografie ist zu sehen, dass die Marker etwas auseinander liegen, weshalb vermutet wird, dass einer der beiden Marker etwas verrutscht ist.
Nach Ansicht der Experten ist eine Nachdilatation nach heutigem Kenntnisstand in jedem Falle erforderlich. 

Zufriedenstellendes Ergebnis im OCT

Implantation DESolve-Scaffold - Video 6

Anschließend wird das Ergebnis im OCT kontrolliert. Die Experten sind zufrieden: Die Stent struts liegen sehr gut an, es besteht ein lückenloser Übergang zwischen den Scaffolds und es sind keine Dissektionen erkennbar.

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„Neue Räume für kardiovaskuläre Gesundheit“ – so lautete das diesjährige Motto der 88. Jahrestagung. In über 300 wissenschaftliche Sitzungen konnten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu den Kernthemen der Kardiologie informieren. 

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