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31.01.2019 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Cholesterinsenkung mit PCSK9-Hemmer

ODYSSEY OUTCOMES: Neue Analyse offenbart gesamtes Ausmaß der Wirkung von Alirocumab

Autor:
Peter Overbeck

Eine neue Analyse verdeutlicht das gesamte, auch Ereignisse jenseits des primären Endpunktes einschließende Ausmaß des klinischen Nutzens einer Cholesterinsenkung mit dem PCSK9-Hemmer Alirocumab nach akutem Koronarsyndrom in der großen Endpunktstudie ODYSSEY OUTCOMES.

Entsprechend den wissenschaftlichen  Regeln ist auch die klinische Wirksamkeit der Cholesterinsenkung mit Alirocumab in der ODYSSEY-OUTCOMES-Studie primär anhand des Effekts auf die im primären Endpunkt kombinierten kardiovaskulären Erstereignisse beurteilt worden. Wie ebenfalls üblich ist dabei den Teilnehmer empfohlen worden, auch im Fall eines solchen Ereignisses die ihnen zugewiesene Medikation weiter einzunehmen. Das lässt vermuten, dass nach einem nicht tödlich verlaufenen  Ereignis die präventive Wirkung von Alirocumab weiterhin zur Tragen gekommen  und weitere Ereignisse verhindert worden sein könnten.

Zahl verhinderter Ereignisse verdoppelte sich

Ausgehend von diesen Überlegungen hat es sich eine internationale Gruppe von ODYSSEY-Autoren um Dr. Michael Szarek aus  New York zur Aufgabe gemacht, in einer präspezifizierten Analyse einmal die Wirkung von Alirocumab auf die Gesamtzahl aller tödlichen und nicht tödlichen kardiovaskulären Ereignisse (Erst- und Folgeereignisse)  in der Studie unter die Lupe zu nehmen. Sie kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die Zahl der insgesamt durch Alirocumab verhinderten Ereignisse etwa doppelt so hoch war wie die Zahl der verhinderten Erstereignisse, die den primären Endpunkt repräsentiert haben.

Insgesamt kamen die Untersucher bei ihrer aktuellen Analyse der ODYSSEY OUTCOMES-Daten auf eine Gesamtzahl von 5.425 Todesfällen und nicht tödlichen kardiovaskulären Ereignissen – eine Zahl, die 77% höher ist als die Zahl der im Studienverlauf aufgetretenen Erstereignisse (n=3.064). Im Vergleich zu Placebo wurden im Alirocumab-Arm 190 weniger Erstereignisse registriert (1.437 vs. 1.627). Mit Blick auf die Gesamtzahl aller Todesfälle und nicht tödlichen kardiovaskulären Ereignisse waren es  385 Ereignisse weniger (2.520 vs. 2.905)  – also etwa doppelt so viele.

Enge Assoziation von nicht tödlichen mit tödlichen Ereignissen

Alirocumab reduzierte die Gesamtzahl aller nicht tödlichen kardiovaskulären Ereignisse relativ um 13%  (Hazard Ratio 0,87; 95% Konfidenzintervall 0,82 -  0,93) und aller Todesfälle relativ um 17%  (HR 0,83; 95% CI 0,71 – 0,97). Dabei stellten die Untersucher eine enge Assoziation von nicht tödlichen mit tödlichen Ereignissen fest: Studienteilnehmer, bei denen ein nicht tödliches kardiovaskuläres Ereignis aufgetreten war, hatten in der Folgezeit auch ein deutlich erhöhtes Sterberisiko.

Die ODYSSEY-Autoren glauben, dass die jetzt vorgelegten Zahlen einen besseren Eindruck davon vermitteln, welchen  günstigen Einfluss die Therapie mit Alirocumab auf die gesamte Krankheitslast (total burden of disease) und die dafür im Gesundheitswesen anfallenden Kosten hat.

Günstige Auswirkungen auf die Kosten?

Auch die kanadischen Experten Dr. Jaques Genest und Dr. Dong-Vu Ngyen  vom McGill University Health Center in Montreal regen in einem Begleitkommentar an, dass die neuen Daten in eine ökonomische Analyse einbezogen werden sollten. Sie gehen davon aus, dass sich die gezeigte Reduktion nicht tödlicher Ereignisse auch positiv in den  Kosten  widerspiegeln wird.

Die Hauptergebnisse in Kürze

An der ODYSSEY OUTCOMES-Studie waren 18.924  stabile KHK-Patienten beteiligt, die aufgrund eines im Vorjahr aufgetretenen akuten Koronarsyndroms für die Teilnahme qualifiziert waren. Die durchschnittliche Behandlungsdauer mit Alirocumab oder Placebo additiv zu einer zumeist hochdosierten Statintherapie betrug im Schnitt 2,8 Jahre. In Relation zu Placebo  waren die LDL-Cholesterinspiegel durch Alirocumab  um 63 % (nach 4 Monaten) und 55 % (nach 4 Jahren) gesenkt worden.

Aus dieser Cholesterinsenkung resultierte eine  signifikante relative  Reduktion der Rate für den primären Studienendpunkt (koronar bedingter Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall, instabile Angina pectoris) um 15%  (9,5% vs. 11,1%; HR 0, 85, 95% CI 0,78-0,93, p < 0.001). Auch die Rate für die Gesamtmortalität wurde signifikant reduziert (3,5% vs. 4,1%, p = 0,026). Patienten mit Ausgangs-LDL-Werten  ≥100 mg/dl schienen am stärksten von der Alirocumab-Behandlung profitiert zu haben.

Literatur

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