Nachrichten 23.09.2016

PCSK9-Hemmer lässt Koronarläsionen schrumpfen

Eine Behandlung mit dem PCSK9-Hemmer Evolocumab stimuliert bei KHK-Patienten offenbar die Rückbildung von atherosklerotischen Plaques in Koronargefäßen. Dafür sprechen einer vorläufigen Ankündigung zufolge die Ergebnisse der GLAGOV-Studie.

„Top Line“-Ergebnisse der Phase-III-Studie GLAGOV (GLobal Assessment of Plaque ReGression with a PCSK9 AntibOdy as Measured by IntraVascular Ultrasound) hat das Unternehmen Amgen als Studiensponsor jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. „Top Line“ bedeutet, dass vorläufig nur über den grundsätzlichen Ausgang der Studie informiert wird, nähere Details und Zahlen aber erst zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt werden.

Danach ist die Studie, gemessen sowohl am primären Endpunkt als auch an sekundären Endpunkten, erfolgreich verlaufen. Will heißen: Der Nachweis, dass eine cholesterinsenkende Therapie mit dem PCSK9-Hemmer Evolocumab die Progression der koronaren Atherosklerose bei KHK-Patienten günstig beeinflusst, ist augenscheinlich erbracht worden.

Teilnehmer der randomisierten placebokontrollierten Studie waren 968 Patienten mit KHK, bei denen ein Herzkatheter-Eingriff vorgenommen wurde. Aufgeteilt auf zwei Gruppen wurden sie additiv zu einer Statin-Therapie 78 Wochen lang entweder mit Evolocumab (420 mg subkutan einmal monatlich) oder Placebo behandelt. Die Progression der koronaren Atherosklerose wurde primär anhand von per intravasaler Ultraschallmessung festgestellten Veränderungen des prozentualen Plaquevolumens (percent atheroma volume, PAV) beurteilt.

Gutes Omen für FOURIER?

Die detaillierten Ergebnisse der Studie sollen im November bei der Jahrestagung der American Heart Association (AHA) in New Orleans vorgestellt werden.

Die in GLAGOV nachgewiesene Regression der koronaren Plaquebildung könnte als guten Omen für den Ausgang der großen FOURIER-Studie interpretiert werden – auch wenn deren Erfolg damit noch längst nicht garantiert ist. FOURIER ist die für die Zukunft von Evolocumab alles entscheidende Studie. Denn sie soll zeigen, dass dieser PCSK9-Hemmer nicht nur eine starke Senkung des LDL-Cholesterins bewirkt, sondern darüber vermittelt auch in der Lage ist, die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität – festgemacht an einer Reduktion „harter“ klinischer Endpunkte – zu reduzieren.

Literatur

Pressemitteilung des Unternehmens Amgen: Amgen Announces Positive Top-Line Results From Phase 3 GLAGOV Imaging Study Of Repatha® (Evolocumab), vom 20. Oktober 2016

Highlights

Das Live-Kongress-Angebot der DGK

Zurück aus der Sommerpause: Sichern Sie sich den Zugang zu allen zertifizierten Vorträgen von DGK.Online 2021.

Corona, COVID-19 & Co.

Aktuelle Meldungen zu SARS-CoV-2 bzw. zu der Lungenkrankheit COVID-19 finden Sie in diesem Dossier.

Aktuelles und Neues aus der Kardiologie

Spät eintreffende Herzinfarktpatienten: Lohnt sich noch eine PCI?

Noch immer ist nicht ganz klar, ob STEMI-Patienten, die erst Stunden später nach Beginn ihrer Beschwerden ein Krankenhaus aufsuchen, von einer koronaren Revaskularisation profitieren. Eine Registerstudie schafft nun mehr Evidenz, und stärkt damit die Leitlinienempfehlungen.

Kardio-Implantate in der MRT-Röhre: Auch ohne Label kein Problem?

Bedingt sichere Defibrillatoren und Schrittmacher ermöglichen MRT-Untersuchungen trotz Kardio-Implantat. Eine große Studie spricht jetzt (erneut) dafür, dass auch „normale“ Implantate keine absolute Kontraindikation für die MRT sein müssen.

Neues Antidot für NOAKs erweist sich in Phase II-Studien als wirksam

Inzwischen stehen zwar Antidots für die Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung von NOAKs zur Verfügung. Trotz allem besteht Bedarf an weiteren Optionen. Eine neue Substanz hat sich nun als potenzieller Kandidat qualifiziert.

Aus der Kardiothek

Hätten Sie es erkannt?

Echokardiographie einer 65-jährigen Patientin, die sich wegen Luftnot vorstellt. Im apikalen 4-Kammerblick zeigt sich eine Raumforderung im rechten Vorhof.

Hätten Sie es erkannt?

3-D Rekonstruktion einer kardialen Computertomographie. Welche kardiale Fehlbildung ist zu sehen?

Patientin mit passagerer Hemiparese – wie lautet Ihre Diagnose?

Transthorakale Echokardiographie mit Darstellung eines apikalen 4-Kammer Blicks einer Patientin mit passagerer Hemiparese.  Was ist zu sehen?

DGK.Online 2021/© DGK
Corona/© Naeblys / Getty images / iStock
Kardio-Quiz August 2021/© F. Ammon, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Computertomographie/© S. Achenbach, Friedrich-Alexander-Universität Erlanen-Nürnberg
Transthorakale Echokardiographie/© Daniel Bittner, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen