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20.07.2016 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Ischämische Herzerkrankung

Progrediente Mitralklappenregurgitation ist ein schlechtes Zeichen

Autor:
Philipp Grätzel

Eine sich verschlechternde Regurgitation über der Mitralklappe ist ein unabhängiger Prädiktor für ein ungünstiges ventrikuläres Remodelling bei KHK-Patienten. Der klinische Langzeitverlauf ist bei diesen Patienten deutlich schlechter.

Eine Mitralklappenregurgitation ist bei ischämischer Herzerkrankung prognostisch ungünstig, das ist bekannt. Kardiologen der Cleveland Clinic haben jetzt untersucht, inwieweit der Verlauf einer Regurgitation über der Mitralklappe präzisere prognostische Informationen liefert. Sie haben 336 Patienten mit koronarer Herzerkrankung über im Median 54 Monate begleitet. Rund die Hälfte davon wurde im Studienzeitraum einmal oder häufiger revaskularisiert, die andere Hälfte wurde durchgehend medikamentös behandelt.

Die Mitralklappe wurde im Studienverlauf wiederholt untersucht. Zu Beginn erfolgte dabei sowohl eine Echokardiografie als auch eine Kardio-MRT. Die Verlaufsuntersuchungen erfolgten dann nur noch per Echokardiografie. Gemessen wurde in erster Linie die effektive Regurgitationsfläche (EROA). Bei 98 Patienten kam es im Studienverlauf zu einer Zunahme der EROA um mindestens 0,1 cm². Im Vergleich zu Patienten ohne oder mit geringerer EROA-Zunahme war bei diesen Patienten in der multivariaten Analyse das Risiko, zu sterben oder eine Herztransplantation zu bekommen, signifikant erhöht (p = 0,008). Die EROA-Zunahme war ähnlich prädiktiv für einen ungünstigen Langzeitverlauf wie ein hohes Alter und eine große Infarktfläche.

Die Kardiologen haben auch untersucht, anhand welcher per Bildgebung erfassbaren Faktoren sich in der Baseline-Untersuchung eine Verschlechterung einer Mitralklappenregurgitation vorhersagen lässt. Unabhängiger Prädiktor war zum einen die Regurgitationsfläche zu Beginn: Je größer, desto progredienter im Verlauf. Außerdem kam es bei Patienten mit einem schlechten linksventrikulären endsystolischen Volumenindex und bei Patienten mit großflächigen Narben häufiger zu einer Progredienz der Mitralklappenregurgitation. 

Literatur

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