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12.02.2019 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Weniger Koronarplaques

Psoriasis-Behandlung: Schützen Biologika vor Herzinfarkt?

Autor:
Joana Schmidt

Biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe, sogenannte Biologika, lindern bei Patienten mit starker Schuppenflechte nicht nur die Hauterkrankung, sondern reduzieren auch den Plaquebefall ihrer Koronargefäße und damit potentiell ihr Herzinfarktrisiko.

Wer unter Schuppenflechte leidet, hat ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Junge Patienten mit schwerer Psoriasis haben beispielsweise im Alter von 40 bis 50 Jahren ein doppelt so hohes Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, wie gesunde Gleichaltrige.

Doch die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen lässt sich möglicherweise reduzieren: Ähnlich wie niedrig dosierte Statine verringern Biologika bei Psoriasis-Patienten die Plaques in den Koronararterien. Hinweise darauf lieferte eine einjährige Beobachtungsstudie des Forscherteams um Dr. Youssef Elnabawi vom National Heart, Lung and Blood Institute in Bethesda, Maryland.

Plaquebelastung verringert

In der Studie verringerte sich bei Patienten mit schwerer Psoriasis, die ein Jahr lang mit Biologika behandelt wurden, der Befall mit nicht kalkhaltigen koronaren Plaques um 8%. Auch die Zusammensetzung der Plaques verbesserte sich, was sie weniger gefährlich macht. Bei den Betroffenen, die keine Biologika einnahmen, erhöhte sich die koronare Plaquebelastung dagegen im selben Zeitraum um 2%.

Der Plaquebefall der mit Biologika behandelten Patienten sank, ohne dass sich kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Blutdruck oder Blutfette veränderten, erklärt Dr. Nehal Meta, Leiter des Bereichs Entzündungen und kardiometabolische Erkrankungen des National Heart, Lung and Blood Institute in einer Pressemeldung der ESC. Es sei noch unklar, ob die Biologika direkt auf die Koronarläsionen wirken oder indirekt, indem sie systemische Entzündungen reduzieren. 

Plaquebefall per CT-Angiografie bestimmt

An der Studie nahmen 121 Patienten mit schwerer Psoriasis teil, sie waren im Durchschnitt 50,5 Jahre alt. Während sich 32 davon einer topischen Behandlung unterzogen, wurden 89 mit Biologika behandelt. Dazu zählten TNF-α-Inhibitoren (Adalimumab, Etanercept), der Interleukin-12/23-Inhibitor Ustekinumab und Interleukin-17-Inhibitoren (Secukinumab, Ixekizumab). Alle Patienten wurden zu Beginn der Studie und ein Jahr später mithilfe der CT-Angiografie untersucht, um den Plaquegehalt ihrer Koronargefäße zu bestimmen.

Manche Patienten lehnen Biologika ab, weil sie das Immunsystem schwächen, Infektionen begünstigen können und injiziert werden müssen. Jedoch zeigten auch frühere Beobachtungsstudien: Eine Biologikabehandlung bei Psoriasispatienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten, ging mit einem niedrigen Risiko eines weiteren kardiovaskulären Ereignisses einher.  Schwere Psoriasis bedeute ein erhöhtes Herzinfarktrisiko – die Erkrankung zu behandeln, könne das Risiko senken, so Studienautor Meta.

Literatur

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