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04.02.2017 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

„Top Line“-Ergebnisse der FOURIER-Studie

Signifikante Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse durch Lipidsenker Evolocumab

Autor:
Peter Overbeck

Die große FOURIER-Studie hat ihr Ziel – Nachweis einer signifikanten Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse durch den PCSK9-Hemmer  Evolocumab –  einer aktuellen Mitteilung des Studiensponsors zufolge erreicht.  Detailliert Informationen zur relativen – und vor allem absoluten – Reduktion des kardiovaskulären Risikos  wird es aber erst in einigen Wochen geben.

Dass die dort vorgestellten Ergebnisse der FOURIER-Studie das  große Gesprächsthema beim Kongress des American College of Cardiology (ACC)  Mitte März in Washington sein werden, lässt sich jetzt schon prophezeien.  Bereits im Vorfeld dieses Kardiologenkongresses hat der Studiensponsor Amgen jetzt die  „Top Line“-Ergebnisse präsentiert – sprich: den  grundsätzlichen Ausgang der Studie ohne Nennung von Zahlen vorab  bekanntgegeben.

Entscheidende Endpunkte erreicht

Danach hat die zum Nachweis  einer Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse durch Evolocumab  konzipierte  Studie „ihren primären kombinierten Endpunkt (kardiovaskulärer Tod, nicht-tödlicher Myokardinfarkt (MI), nicht-tödlicher Schlaganfall, Hospitalisierung aufgrund einer instabilen Angina pectoris oder einer koronaren Revaskularisierung) und den sekundären Hauptendpunkt (kardiovaskulärer Tod, nicht-tödlicher MI oder nicht-tödlicher Schlaganfall) erreicht. Neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet.“ 

Darüber hinaus ist aus der Pressemitteilung nur noch zu erfahren, dass auch die „mit FOURIER-Patienten durchgeführte EBBINGHAUS-Studie zur kognitiven Funktion (... ) ihren primären Endpunkt erreicht (hat).“ In dieser Substudie sei  die „Nichtunterlegenheit“ von Evolocumab  gegenüber Placebo bezüglich der Wirkung auf kognitive Funktionen nachgewiesen worden.

Alles Weitere zur FOURIER-Studie wird am 17. März 2017 im Rahmen einer „Late-Breaking Clinical Trials Session“ beim ACC-Kongress in Washington, D.C. präsentiert. Detaillierte Ergebnisse der EBBINGHAUS-Studie zur kognitiven Funktion folgen einen Tag später. 

Die Spannung bleibt

Die ganz große Überraschung ist der jetzt verkündete positive Ausgang der Studie nicht. Viele Experten hatten sich zuvor optimistisch gezeigt. Dennoch dürfte auch bei ihnen die Spannung bis zu letzten Moment erhalten bleiben.  Denn erst in einigen Wochen wird klar sein, in welchem Maß die Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse relativ und absolut durch Evolocumab verringert wurde. Auf die absolute Risikoreduktion dürfte dabei angesichts einer Therapie, die sehr kostenintensiv ist, ganz besonders geschaut werden.

FOURIER (Further Cardiovascular OUtcomes Research with PCSK9 Inhibition in Subjects with Elevated Risk) ist eine doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Phase-III-Studie mit rund 27.500 beteiligten Patienten. Die Studienteilnehmer  mussten eine manifeste kardiovaskuläre Erkrankung (Myokardinfarkt, ischämischer Schlaganfall oder symptomatische periphere arterielle Verschlusserkrankung) und einen LDL-Cholesterin-Wert von ≥70 mg/dl (alternativ einen  Nicht-HDL-Cholesterin-Wert von ≥100 mg/dl) aufweisen.  Bedingung war auch, dass sie eine optimierte Statin-Therapie erhielten.

Die Teilnehmer waren per Randomisierung einer jeweils subkutanen Behandlung  mit  Evolocumab (140 mg alle zwei Wochen oder 420 mg monatlich) oder Placebo (alle zwei Wochen oder monatlich) zugeteilt worden. Maßgeblich für die Laufzeit der  „ereignisgetriebenen“  FOURIER-Studie war, dass bei mindestens 1.630 Patienten ein Ereignis des  sekundären Hauptendpunktes (kardiovaskulärer Tod, Myokardinfarkt oder Schlaganfall)  aufgetreten war.  

EBBINGHAUS (Evaluating PCSK9 Binding antiBody Influence oN coGnitive HeAlth in high cardiovascUlar risk Subjects) ist eine randomisierte placebokontrollierte Substudie  mit rund 1.900 Patienten, die in die FOURIER-Studie eingebettet war. Primärer Endpunkt dieser auf „Nichtunterlegenheit“ angelegten Studie ist der Strategieindex der exekutiven Funktion (räumliches Arbeitsgedächtnis).

Literatur

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